Gemeinsam gegen Lärm: Odenwaldkreis enthüllt ADAC Hinweisschilder

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Übergabe des ersten ADAC Hinweisschildes gegen Motorradlärm in Hessen „Leise kommt an“ in Oberzent, Stadtteil Rothenberg (v. l. n. r.: Nabil El Kadi (Stadtpolizei Oberzent), Volker Weyrauch (Leiter Verkehrsabteilung Odenwaldkreis), Andrea Kaufmann (Sachbearbeiterin Straßenverkehrsbehörde Odenwaldkreis), Christian Kehrer (Bürgermeister Oberzent), Dr. Peter Traub (Bürgermeister Erbach), Wolfgang Herda (Leiter Verkehr / Verkehr & Technik, ADAC Hessen-Thüringen). Foto Thomas Wilken

Motorradlärm ist insbesondere an landschaftlich attraktiven und kurvenreichen Strecken für die Anwohner und Erholungssuchende ein ernstzunehmendes Problem. Mittlerweile führt das in Deutschland vielerorts zu Maßnahmen wie Geschwindigkeits- und Fahrzeugkontrollen bis hin zu zeitweiligen Streckensperrungen für Motorradfahrer.

Leise kommt an
Der ADAC unter dem Motto „Leise kommt an“ Hinweistafeln entwickelt, um Biker dafür zu sensibilisieren, Rücksicht auf lärmgeplagte Anwohner zu nehmen, und für eine rücksichtsvollere Fahrweise zu werben, damit das Hobby nicht zur Belastung der anderen wird.

Im bei Motorradfahrern beliebten Odenwaldkreis wurden jetzt in den Gemeinden Brensbach, Breuberg, Erbach, Mossautal und Oberzent an den Ortsein- und
-ausgängen insgesamt 18 Hinweisschilder mit den ADAC Motiven aufgestellt. Der ADAC übernahm die Kosten für Motive und Schilderbleche.

„Die meisten Biker sind rücksichtsvoll unterwegs und achten bei Ortsdurchfahrten auf niedrige Drehzahlen“, so Wolfgang Herda, Leiter Verkehr beim ADAC Hessen-Thüringen. „Leider gibt es jedoch schwarze Schafe, deshalb appellieren wir an die Motorradfahrer, Rücksicht auf Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen.“

Der Landrat des Odenwaldkreises, Frank Matiaske, befürwortet die Installation der Hinweisschilder an besonders stark frequentierten Streckenabschnitten: „Ich freue mich, dass der ADAC unseren schönen Landkreis als ersten in Hessen mit Motorradlärmschildern ausstattet, denn Fahrvergnügen und verantwortungsvolle Rücksichtnahme schließen sich nicht aus.“

Bürgermeister Christian Kehrer (Stadt Oberzent) freut sich mit seinen Amtskollegen über die gemeinsame Aktion mit dem ADAC: „Die Schilder sind ein weiterer Baustein unserer Bemühungen, die Belastungen in den Ortschaften durch den Motorradlärm einzuschränken.“

Die Lärmbelastung durch Motorräder wird von vielen stark störend wahrgenommen. Dies liegt zum einen an dem sich aus anderen Umgebungsgeräuschen stark hervorhebenden bauartbedingten Klangcharakter von Krafträdern. Dieser wird bei dynamischer, lärmerhöhender Fahrweise und auch durch unzulässige Manipulationen an der Auspuffanlage verstärkt.

Keine Fahrverbote
Der ADAC spricht sich gegen einseitige Fahrverbote für Motorradfahrer aus. Besser sind gezielte Kontrollen und die konsequente Ahndung von Verstößen, etwa manipulierte Auspuffanlagen. Ein weiteres Problem sind zu laute, aber dennoch EU-typgenehmigte und damit zulässige Zubehörauspuffe. Hier muss das EU-Zulassungsrecht (auf EU-Ebene) geändert werden.

Die Schilder im Odenwaldkreis sind die ersten in Hessen. Weitere Gemeinden haben bereits Interesse an der Aktion angemeldet. red

1 Kommentar

  1. Warum nur sind alle gegen Motorradlärm, moderne Autos röhren inzwischen auch ziemlich und die nehmen keine Rücksicht, darauf sollte auch einmal geachtet werden.

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