Apropos: Heisser oder kalter Herbst?

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Foto: Volker Zaborowski, Chefredakteur

In der heimischen Wirtschaft ächzt und kracht an allen Ecken. Explodierende Energiepreise und damit verbunden in die Höhe schießende Produktionskosten treiben viele Unternehmen in den wirtschaftlichen Ruin. Für viele der kleinen Mittelständler – und die prägen unsere Region nun einmal nachhaltig – gehen bald die Lichter aus, weil es sich schlicht nicht mehr lohnt, morgens die Werkstore aufzusperren und weil die Produktion der Waren und Dienstleistungen teurer ist als der überhaupt mögliche Preis für die Kunden. Die ersten traditionsreichen Opfer hat es hier bereits gegeben. Und die hören übrigens nicht mal nur kurzfristig auf zu produzieren, sondern für immer.

Weitere werden folgen, wenn nicht ganz schnell ein Energiepreisdeckel für Unternehmen und Privathaushalte – egal wie auch immer finanziert – eingeführt wird, um diese Einschnitte aufzufangen oder abzufedern. Wie unser Bundeswirt- schaftsminister Robert Habeck dieser Tage treffend feststellte, brennt es bereits in den Hütten. Das ist richtig, allerdings kann sich offenkundig die Regierung in Berlin derzeit noch nicht einmal darauf einigen, ob und wer den Feuernotruf 112 wählt.

Das ist nicht nur beschämend, sondern grob fahrlässig und systembedrohend. Denn die Energiekosten bedrohen das Rückgrat unserer Wirtschaft und damit unser aller Wohlstand nachhaltig. Und eines muss uns allen dabei schlussendlich klar sein. Ist der Wohlstand in unserem Land nachhaltig gefährdet, dann ist das auch unsere Gesellschaftsform der liberalen Demokratie selbst. Das mag so manchen romantisierenden Weltuntergangs-Konsumverzichtsprediger vielleicht noch freuen, den Durchschnittsbürger hingegen garantiert nicht. Lesen Sie zu diesem Thema auch den interessanten Gastbeitrag des Odenwälder SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Jens Zimmermann, der sich dort für eine Deckelung der Energiepreise für private Haushalte und die Industrie ausspricht – genauso übrigens wie der CDU-Kreisvorsitzende Kevin Schmauß in der ODW-Journal-Ausgabe der Vorwoche.
Also: Worauf warten?

von Volker Zaborowski,
Chefredakteur

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