Aus für Historischen Verein Erbach

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Für vier Jahrzehnte hat der Historische Verein für die Kreisstadt und die ehemalige Grafschaft Erbach die Odenwälder Regionalgeschichte erforscht und vermittelt.

Nun ist er nach 37 Jahren seit Gründung im Jahr 1985 selbst Geschichte geworden. Von fast 100 Mitgliedern waren lediglich zwölf stimmberechtigte Personen zur letzten Mitgliederversammlung gekommen, um über seine Auflösung zu entscheiden. Es ist als erneutes Zeichen des geringen Interesses an der weiteren Existenz des Vereins zu verstehen.

Der Verein kann auf eine rege Tätigkeit zurückblicken: Veröffentlichung einer Buchreihe mit 13 Bänden, zahlreiche Studienfahrten und Vorträge namhafter Referenten, Ausbau, Instandhaltung und Inventarausstattung der Gottesackerkapelle auf dem Erbacher Zentralfriedhof in Lauerbach, Anbringung von Gedenk- und Informationstafeln auf dem Stadtfriedhof und in der Altstadt von Erbach, Errichtung eines Gedenksteins für die Erbacher Bombenopfer bei Kriegsende 1945, Pflege historischer Anlagen und Gedenkstätten.

Nach den hintereinander erfolgten Zurück- und Austritten verschiedener Vorstandsmitglieder blieb ein Rumpfverein übrig, der jegliche Aktivität erlahmen ließ. Da keine nennenswerten Inspirationen mehr zu erwarten waren und die überalterten Mitglieder durch keinen jüngeren Nachwuchs ersetzt werden konnten, wurde nach einstimmigem Beschluss der Historische Verein aufgelöst.

Auf den Einzug der Mitgliederbeiträge für die beiden letzten Jahre wurde mangels Vereinsaktivitäten verzichtet. Das monetäre Vereinsvermögen wird einem gemeinnützig aktiven Erbacher Verein übergeben, die Vereinsakten werden zukünftig im Archiv der Kreisstadt gelagert. Das Vereinsregister im Amtsgericht Michelstadt und Darmstadt wird von der Vereinsauflösung informiert und gemäß des BGB im Bundesanzeiger veröffentlicht. Dr. Peter W. Sattler

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