Petition gegen Erbachs Bürgermeister

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„Wir in Erbach“, das ist der Titel einer Webseite des Erbachers Jens Falk, der eine Online-Petition ins Leben gerufen hat. Darin fordert er von Erbachs Bürgermeister Dr. Peter Traub ein Einlenken im „Fall K.“. K. betreibt in Erbach die Odenwälder Landbäckerei nebst zwei Filialen und dem Café Zeitlos.

Er soll sie zurücknehmen, die Bezeichnung Alexander K.s als Reichsbürger, das er in einem Interview mit dem Odenwälder Journal geäußert und dem Hessischen Rundfunk bestätigt hat und sich bei K. entschuldigen. Falk meint an den Rathauschef gerichtet: „Der betroffene Bäcker, den Sie laut [Medien]Bericht als ‚zur Reichsbürgerszene gehörend‘ diffamieren, lebt mitten in unserer Gesellschaft.“

Mit der Querdenker-Szene will Falk nichts zu tun haben. „Der offene Brief hat nichts mit der, wie Sie schreiben, ‚Querdenker-Szene‘ zu tun. Ich kenne diese Szene nicht“, erwidert Falk auf unsere Nachfrage.

„Es mag sein, dass Sie diese diktatorischen Zeichen (noch) nicht sehen.“, heißt es in der Petition. „Wir leben leider in einer Zeit, in der sich die Anzeichen mehren, dass gerade ein Putsch von oben stattfindet“, so Falk.

Insgesamt über 270 Unterzeichner fanden sich für die Petition, allein 70 aus Erbach (nur diese sind noch online einsehbar), darunter etwa auch der ehemalige Kreistagsabgeordnete Jörg Löw. Dieser bestätigt, die Petition unterzeichnet zu haben.

Hintergrund der Geschichte ist die Schließung des Café Zeitlos und der dazugehörigen Bäckereien in Erbach durch das Gesundheitsamt des Odenwaldkreises, nachdem der Betreiber nachweislich bewusst und vermehrt gegen die Corona-Regeln verstoßen hat.

Bürgermeister Dr. Peter Traub ist vorerst ernüchtert: „Ich habe meine Haltung in meiner Stellungnahme deutlich gemacht. Da es auf der anderen Seite kein Einlenken gibt, kann ich mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen, was Gespräche bringen würden.“

Inzwischen ist ein Verkaufsstand der Bäckerei vor dem Geschäft aufgestellt worden. „Kauft Euer Brot beim Freiheitsbäcker“, lautet der Werbeslogan, der in einschlägigen Foren kursiert. K. erhält seit Kurzem Unterstützung von einem bekannten „Querdenker“-Anwalt. sab

2 Kommentare

  1. Ich bin kein Querdenker oder Impgegener. Im Gegenteil ich bin dafür. Aber nicht jeder ist gleich ein Reichsbürger, wenn er seine Meinung zu gewissen Dingen hat.Ich bin
    Gegen persönliche Hetze. Man sollte miteinander reden. Wir sitzen doch alle im gleichen Boot und sollten gemeinsam gegen die Pandemie angehen.
    Ob man gleich die ganze Bäckerei schließen muste bezweifle ich. Bei der Eröffnung war ja auch das Cafe zuerst geschlossen und der Thekenverkauf lief.
    Eine regelmäßige Kontrolle der Einhaltung Hygienemassnahmen wäre besser.
    Bei dem durcheinander der Auflagen sieht man ja kaum noch durch.
    Da hängen viel Arbeitsplätze dran und auch Familien mit Kindern (wo alle geimpft sind) , die nun um ihre Existenz fürchten müssen. Und das vor Weihnachten
    Man sollte auch mal an diese Leute denken.

  2. Da sollte allerdings auch der Chef selbst drandenken.
    Glaubt dieser Odenwälder Bäcker, dass er in einer Bananenrepublik lebt.
    Putsch von oben – dazu ist unser Staat gar nicht mehr stark genug.
    Verstoßen diese Leute offen gegen Regeln und kommen damit noch fast davon und heulen dann. So war das früher nicht hier.

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