Firmenportrait: Bauen mit recycelten Materialien

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Wer sich für nachhaltiges Bauen interessiert, sollte sich auch mit recycelten Baustoffen befassen. Hier ist das Bauschutt-Recyling-Zentrum Odenwald (BRZ) die passende Anlaufstelle.

Weshalb sollte man recycelten Bauschutt anstatt reines Material verwenden? 

„Naturstein muss in einem Steinbruch rausgesprengt werden. Der einzige hier in der Gegend ist in Groß-Bieberau“, beschreibt der Gründer des BRZ, Bernd Kaffenberger. Dabei werde das Loch des Steinbruchs immer größer, bis er irgendwann nicht mehr da ist. 

Recycling dient somit im großen Maße der Ressourcenschonung der Steinbrüche und verhindert, dass Bauschutt über große Entfernungen in andere Länder transportiert werden muß.

Recycling ist kein Abfall, sondern mühevoll gewonnenes Einbaumaterial. Der hierfür verwendete und aufbereitete Bauschutt wird schon vor dem Brechen sortiert und weitgehend von Störstoffen befreit.

  „Ich wollte schon immer etwas mit Recycling machen. Zu Hause benötige ich fast keine schwarze Tonne, weil ich alles genau trenne“, beschreibt der Firmengründer seine Vorliebe für Recycling.

 

 

Wie wird recycelt?

„Bei uns kann Bauschutt angeliefert werden. Dieser wird verwogen und es fällt eine kleine Gebühr an. Danach kommt der Bauschutt in den Brecher und wird klein gehackt. Teile und Stoffe, die nicht zum Bauschutt gehören – wie beispielsweise Eisen – werden aber noch vor dem Brechen aussortiert“, erklärt Bernd Kaffenberger. Hierbei werden Metalle mit einem starken Magneten aussortiert; andere Stoffe – wie beispielsweise Kunststoff – händisch. „Der Abnahmeschein dient auch gleich als Beweis für den Kunden, dass er seinen Bauschutt ordnungsgemäß entsorgt und nich in den Wald gekippt hat“, erklärt Kaffenberger weiter. Allerdings sei bisher noch keine Kartenzahlung möglich.

Der Bauschutt, auf der vom Regierungspräsidium zugelassenen Deponie, werde zudem vier mal im Jahr auf Schadstoffe und Frostsicherheit geprüft. Somit werde auf Nummer sicher gegangen, dass keine Schadstoffe in dem recycelten Material enthalten seien, die ins Grundwasser gelangen könnten. „Bis eine dreitausend Tonnen Halde sorgfältig durchgesiebt ist, benötig man in der Regel sechs Wochen“, ergänzt der in Steinbach geborene Kaffenberger. 

 

Was gehört zum Bauschutt?

Asphalt (teerfrei), Beton, Betonsteine, Bims, Fliesen, Kalksandsteine, Keramik, Kies, Pflastersteine, Porotonsteine (Ziegelsteine), Porzellan, Schotter, Ziegel. 

 

Was gehört nicht zum Bauschutt?

Asbest, Dachpappe, Dämmstoffe, Erde, Eternit, Fermacel, Folie, Gasbeton, Glas, Glaswolle, Holz, Kaffebecher, Plastik, Restmüll, Rigips, Steinwolle, Styrodur, Styropor, Teer, Ytong.

 

Welche Kosten entstehen?

Nicht nur die Wiederverwertbarkeit ist ein Plus-Faktor bei recyceltem Bauschutt, sondern auch der Preis. So kostet recyceltes Material nur circa 1/3 gegenüber Schotter. Gerade beim Hausbau macht sich dieser Preisunterschied bemerkbar. Hierbei können sowohl Firmen als auch Privatpersonen recycelten Bauschutt nutzen und dadurch sparen. 

 

Darf recyceltes Material überall verwendet werden?

„Nein“, merkt Kaffenberger an. „In Bad König darf dieses Recycling-Material nicht verarbeitet werden, da die Stadt selbst als Heilquellenschutzgebiet ausgewiesen ist.“ Dennoch sei dies auf Grund der sorgfältigen Siebung und Beprobung auf Schadstoffe auch dort unbedenklich. „Die Stadt Erbach beispielsweise hat in alle Gehwege recyceltes Material mit eingebaut“, erklärt er weiter. Gerade bei Erdbau-Unternehmen, im Baugewerbe als auch für Baustraßen wird recyceltes Material verwendet. Die Nachfrage von Privatpersonen allerdings sei bisher noch gering. „Das liegt oftmals daran, dass viele nicht wissen, dass recyceltes Material genauso gut ist.“

Das Güte überwachte Recycling-Material bietet das BRZ in vier Fraktionen an

  • 0 – 8 mm Korngröße (Sand)  
  • 8 – 45 mm Korngröße 
  • 0 – 56 mm – dieses Material ist auch auf Frostschutz beprobt 
  • 45 / X mm 

Das BRZ bietet seine recycelten Materialien in der Schadstoffklasse Z 1.1 an.

 

Wer steht hinter dem BRZ?

Das im Jahr 2009 gegründete Unternehmen beschäftigt, neben dem Firmengründer Bernd Kaffenberger, vier weitere Arbeitnehmer. 

Die gelernte Hotelfachfrau Nadine Stier ist seit Februar 2021 beim BRZ im Büro angestellt. „Das ist der beste Chef, den ich bisher hatte“, schwärmt sie.

Der aus Günterfürst stammende Sascha Kaffenberger ist bereits seit über zehn Jahren mit von der Partie. „Bisher habe ich immer in großen Unternehmen gearbeitet. Da gab es zwar einen Chef, aber man hatte nicht wirklich viel miteinander zu tun. Hier ist das anders“, erklärt er. Die vielfältigen Aufgaben machen ihm Spaß. „Ich fahr` Radlader, bin im Büro, bediene Kunden, kümmere mich um den Warenein- und -ausgang sowie Reparaturen.“

„Aber wir sind noch auf der Suche nach einem Allroundtalent, dass sowohl Radlader fahren aber auch den Computer bedienen kann“, ergänzt Bernd Kaffenberger abschließend.

Nähere Informationen unter

BRZ Bauschutt Recycling Zentrum Odw. GmbH & Co.KG

Neckarstraße 147 ▪ 64711 Erbach

Tel.: 0 60 62 – 26 67 98 ▪ Mail: info@brz-odw.de ▪ www.brz-odw.de

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