Die Burgruine Freienstein thront über Gammelsbach. Foto: Stadt Oberzent

Unscheinbar in einem engen Tal liegt Gammelsbach, ein Ortsteil von Oberzent. Der Eindruck jedoch täuscht: Gammelsbach hat eine Geschichte, die weit über tausend Jahre zurückreicht. Ein im Jahr 772 erwähnter Gaminesbach bezieht sich auf einen Bach, der Ort selbst wird 795 als Gamenesbach zuerst genannt.

Der an der B45 gelegene Ortsteil verfügte schon vor dem Dreißigjährigen Krieg über zwei mit Wasserkraft betriebene Eisenhämmer, mit denen unter anderem Manganerz und Eisen verarbeitet wurde. Damit gehört Gammelsbach zum Netzwerk des Odenwälder Eisenbergbaus in historischer Zeit. Auch Landwirtschaft, Waldwirtschaft und Arbeit in den Steinbrüchen im Neckartal waren bis zum 18. Jahrhundert für den Lebensunterhalt der Einwohner wichtig.

Ebenso waren Leinweber in Gammelsbach tätig, ein Berufszweig, der erst im 19. Jahrhundert vor Ort bedeutungslos wurde. Gammelsbachs Wahrzeichen ist jedoch die Ruine der Burg Freienstein. Im 12. Jahrhundert wurde diese als Talsperre in die Oberzent erbaut – Ursache war der Konflikt zwischen Pfalzgrafen und dem Mainzer Erzbischof.

Über die Jahrhunderte hinweg wechselte die Burg Freienstein mehrmals die Besitzer, bot der Bevölkerung Schutz im Dreißig jährigen Krieg und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts als Quelle für Baumater ial freigegeben. Im März 1988 brach ein großer Teil der rückwärtigen Schildmauer ein. Nun werden Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt der Mauern durchgeführt.

Aktiv auch im Sport zeigt sich Gammelsbach spätestens seit dem Jahr 1912, als sich 26 Sportler zum damals noch Kraft-Sport-Verein Gammelsbach zusammenschlossen Schwerathletik stand am Anfang, an der Kegelbahn beim „Brückenwirt“ wurden Gewichte gestemmt. Nach dem zweiten Weltkrieg stärkten die Fußballer den Verein weiter.

Mit tatkräftiger Hilfe vieler Beteiligter wurde über viele Jahre die heutige Sportanlage angelegt. Heute zeigt sich Gammelsbach als ein kleiner „Kraftort“ – neben der immer noch aktiven landwirtschaftlichen Betriebe sind hier die Hotels „Grüner Baum“ und „Zur Krone“ zu nennen, letzeres hat auch eine Gastwirtschaft. Zudem gibt es hier auch Ferienhäuser für erholungsbedürftige Städter.

Ein Unterschlupf für Tiere findet sich hier auch: Das Gebäude des Tierasyls der Anne Röth Stiftung liegt an der B45. red

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