Bad König-Zell. Der Zeitplan für den Neubau der Zeller Brücke auf der B 45 steht fest: Wie Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori bei einem Pressetermin am 26. Februar in Bad König-Zell mitteilte, soll Ende April der Spatenstich erfolgen. Die Verkehrsfreigabe der neuen Brücke ist für Juni 2027 vorgesehen.
Die B 45 mit der Zeller Brücke gilt als wichtigste Verkehrsverbindung im Odenwald. Seit der Sperrung des alten Bauwerks müssen Autofahrer Umwege in Kauf nehmen. „Wir wissen, was die Sperrung den Menschen und Unternehmen der Region täglich abverlangt. Deshalb gilt: Jeder Tag zählt“, betonte Mansoori. Planung und Bau würden weiterhin im sogenannten „Odenwaldtempo“ vorangetrieben.
Auch der Präsident von Hessen Mobil, Heiko Durth, ist zuversichtlich. Mit dem Spatenstich werde der Übergang von der Planung zur Umsetzung sichtbar. Ziel sei es, das hohe Arbeitstempo zu halten und die einzelnen Bauabschnitte eng miteinander zu verzahnen.
Aktueller Zeitplan für den Neubau:
· Ab Februar: Erdbauarbeiten, Gehölzarbeiten für Baustelleneinrichtungsfläche, Errichtung Reptilienschutzzaun
· Ende April: Spatenstich / Baubeginn
· Ab Mai: Tiefgründung für die neuen Pfeilerpaare
· 29. Juni – 7. August / Hessische Sommerferien: sechswöchige Sperrpause der Bahnstrecke für die Herstellung des Widerlagers Süd
· Ab Oktober: Fertigstellung der Unterbauten und Stützwände
· 5. – 17. Oktober / Hessische Herbstferien: zweiwöchige Sperrpause der Bahnstrecke zur Herstellung des Traggerüsts über der Bahnlinie für die Schalung des Überbaus
· November: Betonage des Überbaus
· Winter 2026/2027: Herstellung der Kappen und Abdichtung, Brückenausstattung, Straßenbau, Rückbau der Baustraße und Behelfsbrücke
· Juni 2027: geplante Verkehrsfreigabe, abhängig von Winterverhältnissen
Der Ersatzneubau entsteht als Spannbetonbrücke mit drei Feldern – ähnlich der bisherigen Konstruktion. Auch optisch soll sich das Bauwerk mit dem markanten Pfeilerpaar am bisherigen Erscheinungsbild orientieren. Aufgrund der Bauweise wird die neue Brücke jedoch rund 51 Zentimeter höher sein als das alte Bauwerk.
Während das nördliche Widerlager an gleicher Stelle errichtet wird, wird das südliche Widerlager mit der Stützwand leicht versetzt. Für den Überbau wird vor Ort eine Schalung errichtet, bevor die Betonage erfolgt.
Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf rund 11 Millionen Euro und werden vollständig vom Bund getragen.
Die alte Zeller Brücke war Ende April 2025 nach der Entdeckung von Rissen im Beton aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Sie führte über die Odenwaldbahn und die Mümling und wurde später abgerissen. Eine von Land und Hessen Mobil eingerichtete Projekt-Taskforce koordiniert seitdem den schnellen Neubau der wichtigen Verkehrsverbindung. red

