1. Was sind die drei wichtigsten Projekte, die Sie im Rathaus anpacken würden – trotz der angespannten Haushaltslage?
Erstens möchte ich die Zusammenarbeit mit den Ortsbeiratsmitgliedern und die Bürgerbeteiligung stärken. Wir, die hier leben, wissen am besten, wo der Schuh drückt. Deshalb möchte ich regelmäßige Gespräche und feste Ansprechpartner*innen schaffen. Nur gemeinsam können wir aktiv die Zukunft von Reichelsheim noch lebenswerter für alle Generationen gestalten.
Zweitens möchte ich die Digitalisierung der Verwaltung voranbringen. Viele Anliegen sollten unkompliziert von zuhause oder unterwegs erledigt werden können. Das spart Zeit für Bürger*innen und Verwaltung. Hierdurch möchte ich auch die Bürgerbeteiligung in einem Ideenportal stärken – denn gemeinsam können wir die richtigen Lösungen für ein starkes Reichelsheim finden.
Drittens möchte ich unsere Vereine, Familien und das Ehrenamt stärker unterstützen. Die Menschen vor Ort halten unsere Gemeinde am Laufen. Oft braucht es nicht viel Geld, sondern offene Ohren, gute Zusammenarbeit und weniger Bürokratie. Eine Soziale Teilhabe für uns in Reichelsheim sollte kein Luxus sein. Hier spielen alle großen Themen eine wichtige Rolle: Sicherheit, Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit und beispielsweise auch Soziale Projekte.
2. Thema Gewerbe: Wie wollen Sie das Einkaufen in Reichelsheim und seinen Ortsteilen attraktiver machen?
Die heimische Wirtschaft ist ein zentraler Faktor für die Zukunft von Reichelsheim. Wir müssen unsere bestehenden Gewerbe stärken und Neuansiedlungen erleichtern. Ich möchte ein digitales Gewerbeverzeichnis schaffen, damit Bürger*innen und Besucher*innen schneller sehen, welche Angebote es vor Ort gibt. Gleichzeitig müssen wir Leerstände aktiv angehen und gemeinsam mit Eigentümer*innen nach Lösungen suchen. Wer vor Ort einkauft, stärkt Arbeitsplätze und die Lebensqualität in unserer Gemeinde.
3. In Reichelsheim arbeiten vier Ärzte, die jeweils über 60 Jahre alt sind. Wie wollen Sie deren Nachfolge sichern, um die medizinische Versorgung der Gemeinde auch in Zukunft zu gewährleisten?
Die Gemeinde kann keinen Arzt zwingen, sich hier niederzulassen. Allerdings können wir gute Rahmenbedingungen schaffen. Ich möchte frühzeitig mit den Ärztinnen und Ärzten, der Kassenärztlichen Vereinigung und potenziellen Nachfolgenden ins Gespräch kommen. Dabei müssen wir mögliche Praxisstandorte, Wohnraum und Unterstützungsmöglichkeiten prüfen. Die Sicherung der ärztlichen Versorgung gehört zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben unserer Gemeinde. Ich möchte für unser Reichelsheim eine zukunftsfähige Lebensqualität und gute Versorgung erhalten.
4. Wie kann man das Areal der ehemaligen Göttmann-Klinik sinnvoll und effizient nutzen?
Zunächst müssen wir die tatsächlichen Rahmenbedingungen ehrlich betrachten und sollten realistisch bleiben. Das Gelände stellt aufgrund seines Zustands und möglicher Folgekosten eine große Herausforderung dar.
Die ehemalige Göttmann-Klinik befindet sich nicht im Eigentum der Gemeinde. Das bedeutet, dass wir als Kommune nicht einfach über die Zukunft des Geländes entscheiden können. Jede Entwicklung ist zunächst von den Eigentumsverhältnissen und der Bereitschaft der Eigentümer*innen abhängig.
Hinzu kommt die schwierige Lage des Geländes. Größere Baumaßnahmen oder ein möglicher Abriss würden einen erheblichen Schwerlastverkehr verursachen, der durch den Ortskern geführt werden müsste. Die Belastungen für Anwohner*innen und die möglichen Folgekosten für unsere Straßen dürfen dabei nicht außer Acht gelassen werden. Zusätzlich kommt hinzu, dass wir den aktuellen Zustand der Bausubstanzen nicht kennen.
Deshalb halte ich wenig davon, heute konkrete Nutzungen oder schnelle Lösungen zu versprechen. Zunächst müssen die tatsächlichen Kosten, die baulichen Möglichkeiten, die Eigentumsverhältnisse und die Erschließung geklärt werden. Ich sehe dort Potenzial für Wohnen, soziale Einrichtungen oder medizinische Angebote. Entscheidend ist, dass am Ende ein Projekt entsteht, das langfristig tragfähig ist und unserer Gemeinde einen echten Mehrwert bietet.
5. Warum sind genau Sie – und nicht Ihre drei Mitbewerber – der richtige Bürgermeister für die kommenden Jahre?
Heimat, Familie, Bildung und Handwerk – das bin ich. Ich wohne mit meiner Familie in Reichelsheim und bin stolz darauf unseren Ort meine Heimat zu nennen, denn mein Herz schlägt für unsere Gemeinde. Aus unterschiedlichen Bereichen bringe ich Erfahrung mit. Als Lehrer arbeite ich täglich mit Menschen, vermittle zwischen verschiedenen Interessen und löse Probleme strukturiert. Als Handwerksmeister kenne ich die praktische Seite und packe selbst mit an. Ich verbinde Theorie und Praxis. Als Mitglied in verschiedenen Vereinen fühle ich mich mit den Menschen hier verbunden.
Mir geht es nicht um große Versprechen, sondern um Transparenz, klare Worte und eine enge Zusammenarbeit mit den Bürger*innen. Ich strebe für eine Politik auf Augenhöhe – respektvoll, sozial und fair – denn Bürgernähe ist mir sehr wichtig. Mein Wahlprogramm stellt die Menschen in den Mittelpunkt und orientiert sich an den Bedürfnissen des Alltags. Ich möchte ein Bürgermeister sein, der auf Augenhöhe begegnet und offen zuhört. Eine ehrliche Politik und spürbare Ergebnisse – denn gemeinsam können wir Probleme anpacken und praktische Lösungen für Reichelsheim finden. Verantwortung bedeutet für mich, nah bei den Menschen zu sein, transparent zu kommunizieren und Probleme direkt zu lösen.
Ich stehe für eine Gemeinschaft, die zusammenhält, bürgernah und echt ist und möchte zusammen mit den Bürger*innen vor Ort unsere Zukunft gestalten: Gemeinsam Reichelsheim FAIRbessern.

