Rassistischer Eklat auf der Kerb in Bad König

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Manche haben das Ziel verfehlt Foto: Screenshot des Fördervereins

Kommentar von Volker Zaborowski, Chefredakteur:

Das ist unfassbar, was am Samstag bei der Kerbrede („Kerbredd“) in Bad König zu hören war. „Aber wenn Du in der Hauptstrass guckst, da steigt Dir der Puls, da schwillt Dir die Ader, man sieht fast nur noch Kopftuchgeschwader….“ Ist nur ein kleiner Auszug einer rassistisch motivierten Hasstirade.

Das hat auf einer Kerbrede nichts zu suchen. Das hat nirgendwo etwas zu suchen. Das ist geistiger Müll und grober Unfug, der überhaupt nicht lustig ist. Vielmehr ist das Absondern solchen rückwärtsgewandten, eindeutig rassistischen Gedankenguts extrem gefährlich und hat mit Meinungsfreiheit aber rein gar nichts mehr zu tun („das wird man doch noch mal sagen dürfen“, wie es bereits sinngemäß wieder in einigen Netzwerken kommuniziert wird). Mitmenschen werden diffamiert und ausgegrenzt.

Das hat fatale Folgen: Sie fühlen sich nicht mehr zu Hause, fühlen sich nicht angenommen und angekommen. Das treibt uns alle auseinander. Menschen, egal welcher Herkunft und Religion, die seit Jahrzehnten Bad Königer sind, leiden unter solchen Aussagen. Auch sie prägen das Vereinsleben, prägen die Zivilgesellschaft. Und gerade ein altehrwürdiger Sportverein wie die TSG Bad König, dessen Förderverein und die Sparte Fußball Ausrichter der Kerb waren, muss jetzt schleunigst seine Konsequenzen ziehen.

Ein Förderverein, der sich auf seiner Homepage zu Toleranz und Offenheit bekennt, muss jetzt handeln. Denn der Schaden ist groß: Für die Diffamierten, für Bad König, ja für den ganzen Odenwald. Ein erster Schritt ist bereits getan, denn der geschäftsführende Vorstand der TSG Bad König distanziert sich auf Facebook ausdrücklich von den rassistischen Teilen der „Kerbredd“ und ist „stolz darauf, ein Verein mit multikultureller Ausrichtung zu sein“. (vz)

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