Ohne Bezahlschranke: Wolf im Odenwald gesichtet

Leider waren wir nicht die Ersten, die über ein besonderes Zusammentreffen berichten, aber das Ereignis ist so besonders, das wir berichten müssen – über den Wolf, der am Samstag (25.4.) bei Reichelsheim unterwegs war.

Dokumentiert und abgelichtet hat ihn Mark Kristel, ein passionierter Fränkisch-Crumbacher Naturfotograf, dessen Hobby nun ganz besondere Früchte trägt. Denn alle waren „vollkommen aus dem Häuschen“, als die Bilder publik wurden, die Medien, das Landratsamt, die Landwirte der Region, erinnert er sich.

Gegen 7 Uhr morgen war er unterwegs bei seiner täglichen Runde mit Kamera und Hund durch die Region. Diesmal kam ihm dann statt Reh oder Hase ein ganz besonderer Kandidat vor die Linse – ein Wolf, dabei „hoffte und schaue ich immer nach einem Luchs“. Nun dann – ein Wolf. Der trottete entspannt über das Feld und witterte nicht, dass sich Kristel rund 300 Meter entfernt mit der Kamera im Anschlag befand.

Auch Fachleute haben inzwischen bestätigt, dass es sich um „einen eindeutigen Wolfsnachweis (C1) handelt”, erzählt Kristel. „Er hat null Angst gehabt“. Erst dachte der Crumbacher, dass es sich um einen herrenlosen Hund handele, die Auflösung ergab sich dann zuletzt am Computer, als er seine Fotos auswertete und nachbearbeitete.

Um sicherzugehen, zeigte er das Bild dem Jagdaufseher der Gemeinde, dann ging es los. „Bereits am Samstag meldete sich jemand von der Naturschutzbehörde und befreundete Landwirte“, sagt Kristel. „Das Telefon stand nicht mehr still. Über Whatsapp kam der Rest.“
Bis zum Wolfsinstitut in Sachsen haben es seine Bilder geschafft, die bezeugen, dass ein Wolf zumindest auf der Durchreise durch den Odenwald war. Etwa eineinhalb bis zwei Jahre soll das Tier sein, das noch sein Winterfell hat. „Für einen Naturfotografen war das Treffen ein absolutes Highlight“, sagt Kristel. „Wie ein Sechser im Lotto.“

Nach der Sichtung hätten ihn auch einige unangenehme Zuschriften wegen eines vermeintlichen Tierschutzes erreicht, aber „das muss man halt abkönnen“. Das Tier werde schließlich nicht abgeschossen, sondern war nur auf der Durchreise. Selten genug war und ist es allemal. Nichtsdesdotrotz wird Kristel auch weiterhin jeden Morgen in der Früh unterwegs sein, um das abzulichten, das er eigentlich sehen will – einen Luchs im Odenwald. sab

Fotos: Mark Kristel

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