Odenwälder rocken die Hauptstadt

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Die Veranstalter hatten für den Sonntag (20.3.) eine Kundgebung in Berlin am Brandenburger Tor für 20.000 Teilnehmer angemeldet, es kamen aber 300.000. Dazu verfolgten Millionen die Live-Veranstaltung mittels Fernsehübertragung im Wohnzimmer, weiß Jo Megow, einer der Odenwälder Köpfe hinter dem Event.

Erst zwei Wochen zuvor war die Musikerin Maidline Aurie auf Megow mit ihrer zu diesem Zeitpunkt wahnwitzigen Idee zugekommen: Musiker und Musikerinnen und politisch aktive Akteure wie Natalia Klitschko, Ehefrau des Kiewer Bürgermeisters und Ex-Boxers Vitali Klitschko, auf die Bühne zu holen, um gemeinsam ein Zeichen für den Frieden in der Ukraine zu setzen. Der  Name des Projektes war schnell gefunden: Sound of Peace (Klang des Friedens).

„Am Beginn sagte uns Steffi von der Band Silbermond zu, dann rief mich Oliver Kalkofe an. Da wusste ich, dass diese Geschichte eine eigene Dynamik entfalten würde“, sagt Megow, der den Odenwäldern vor allem als Organisationstalent bei „Sound of the Forest“ bekannt ist.

Gemeinsam mit Fritz Krings und rund 150 Helfern, die sich aus ganz Deutschland zusammenfanden, ging das Team ein großes Risiko ein, schließlich sei solch ein Event auch mit „immensen Kosten verbunden“, die zum großen Teil der Fernsehsender Pro 7 übernommen habe. 

„Gerade die großen Künstler und Künstlerinnen traten unentgeltlich auf und spendeten sogar noch Geld für das Projekt.“ Über fünf Stunden lang spielten namhafte Künstler wie Peter Maffay, Marius Müller-Westernhagen, Patrick Kelly, Sarah Connor oder Mark Foster vor historischer Kulisse.

Dabei sei es nach zwei Jahren Corona-Pause auch für sie ein Risiko gewesen, vor so vielen Menschen live aufzutreten. Schließlich hätten viele Bands wegen Corona weder proben noch in der Öffentlichkeit spielen können.

Das Projekt soll eine Initialzündung sein, beschreibt Megow: „Wir wollten eine Bewegung schaffen, die sich gegen Krieg ausspricht und Spenden für die Opfer sammeln.“ Auch Letzteres hat funktioniert. Weit über 12,5 Millionen Euro sind durch die Kulturveranstaltung zusammengekommen, neben Spenden auch durch den Verkauf von Anti-Kriegs-Shirts und Pullis auf der Webseite des Events.

Mit der Kundgebung in Berlin ist das Projekt noch nicht abgeschlossen, denn „Musik schafft es wie kaum ein anderes Medium, die Menschen universell zu vereinen und Brücken zu bauen“. Und so sind weitere Veranstaltungen dieser Friedensbewegung, wie Megow es nennt, geplant, etwa in Norddeutschland, Berlin und der Schweiz. Parallel sind Megow und Krings bereits am Organisieren für den Odenwald: Bekanntermaßen kehrt dieses Jahr das Festival „Sound of the Forest“ zurück.          Sandra Breunig

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