Apropos: Wirklich alternativlos

Unlängst schrieb diese Redaktion ein Leser an. Er wäre auf der Bahnfahrt von Bad König nicht mehr mitgekommen, weil der Zug bereits voll war. Der Schaffner habe ihn bereits an der Bahntür abgewiesen.

Kein Einzelfall, wie Uwe Schuchmann von der Odenwaldbahninitiative bestätigt. “Wir empfehlen deshalb auch in den Abendstunden, nicht nur mit der sogenannten Einfachtraktion, sondern mit Zusatzwagen zu fahren, damit alle Passagiere mitfahren können und nicht am Bahnsteig abgewiesen werden.”

Die Realität sehe anders aus. Immer wieder wie im Fall des Bahnfahrers müssten die Passagiere mindestens eine halbe Stunde auf den Folgezug warten, um nach Hause oder zur Arbeit zu kommen. Untragbar findet das Schuchmann.

Noch schwieriger sei es im hessisch-bayerischen Grenzgebiet. Unsere Redaktion hat es ausprobiert von Miltenberg zum Redaktionsstandort in Lützelbach. Fazit: Keine Busse von Bayern gen Lützelbach, Bahn nur bis Wörth am Main, heißt keine Chance.

Von Wörth aus mussten wir mit dem Rad über den Seckmauerer Buckel gen Lützel-Wiebelsbach, ohne Sportlerfitness oder E-Bike unmöglich.

Laut der Auskunft des sehr kompetenten und freundlichen Mitarbeiters der Mobilitätszentrale Michelstadt gäbe es nur eine Variante über Mömlingen mit drei Umstiegen. Zweieinhalb Stunden dauert die Anfahrt, mit dem Auto sind es 20 Minuten. “Wir bedanken uns, dass Sie diese Option in Erwägung gezogen haben”, so der Berater, “aber für diese Verbindung kann ich Ihnen nichts Zufriedenstellendes anbieten.”


Gut zu wissen. Was der ÖPNV nicht liefert, können Waden nicht kompensieren. Morgen fahren wir wieder mit dem Auto. sab

Symbolfoto: pixabay

1 Kommentar zu „Apropos: Wirklich alternativlos“

  1. Hallo Odenwald Journal
    Das sind nicht die einzigen schlechten Verbindungen im Odenwald .
    In der Oberzent gibt es am Wochenende nur noch das teure Taxi Mobil .
    Für Jugendliche unter 18 wo noch kein Führerschein haben ,ist das eine kostenspieliges Vergnügen. Ansonsten bleibt da nur noch Mama und Papa Taxi .Mit dem Rufbus wo es früher gab waren die Kinder deutlich mobiler.
    Alles im allen sind unsere Jugendliche hier in der Oberzent ganz schön aufgeschmissen.

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