Apropos „Hillbillies“

„Rentner-Rebellen“ nennt sie die Bild-Zeitung, die am 20. November in Brensbach gegen die drastischen Preissteigerungen in allen Bereichen auf die Straße gehen. „Protest-Demo gegen Preisschock im Odenwald“ lautet die Überschrift, die sich ein mit Koffein (richtig lesen, bitte) zugedröhnter Redakteur hat einfallen lassen.

So kennt man „Bild“ und so funktioniert das Blatt. Ich bin mir sicher, dass es der Initiatorin, der 78-jährigen Brensbacherin Doris Sauer, etwas sauer aufstößt, in welcher Form dieses ernstgemeinte Engagement „herausgeblasen“ wurde.

Klar, den Bericht lesen die Leute, aber nehmen sie die Beteiligten noch ernst bei dieser Art der Berichterstattung? Welches Bild vermittelt „Bild“?

Mit Einkaufskörben und -tüten in den Händen steht sie da, Sauer und ihre Mitstreiter. Fehlt nur noch, dem Trupp die Utensilien zu nehmen und stattdessen Heugabeln und Fackeln zu geben, um das Bild, das die Großstädter vom Odenwald haben – den Hillbillies, zu komplettieren.

Es geht um ernsthafte Sorgen von Menschen, die billig verkauft werden. Das haben die Initiatoren nicht verdient. Hoffentlich merken sie, wie sie als Lückenfüller benutzt werden. Diese Menschen gibt es überall in Deutschland. Zu viele. In Brensbach gehen sie auf die Straße.

Nein, nein, es gibt Grenzen, die im Journalismus, dem seriösen zumindest, nicht überschritten werden sollten. Und wenn das nicht, dann zumindest die Grenzen des „guten“ Geschmacks.

ABER: Wenn es der Sache dient…. kann ich damit leben. Diesmal bleibt der „Bild“ immerhin eine Rüge des Presserates erspart, die das Boulevardblatt ja scheinbar abonniert hat. 20 waren es allein in diesem Jahr. Drauf gesch*****, solange die Auflage und Klickzahlen stimmen. Die „Hillbillies“ aus dem Odenwald juckt das nicht, oder doch? sab

„Screenshit“ 🙂 : Bild online

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