Oberzent-Beerfelden. Wenn Ende Juli am Marbach-Stausee wieder die ersten Gitarren erklingen, Bässe durch den Wald rollen und Tausende Festivalfans zwischen Bäumen, Wiesen und Seeufer zusammenkommen, beginnt im Odenwald eine Zeit, auf die viele das ganze Jahr hinfiebern. Das „Sound of the Forest“ feiert in diesem Sommer (30. Juli bis 2. August) seine 15. Ausgabe – und längst ist aus dem einst kleinen Geheimtipp eines der außergewöhnlichsten Musikfestivals Deutschlands geworden. Vom gefühlvollen Pop über Indie, Hip-Hop, Elektro und Rock bis hin zu energiegeladenem Punk reicht das musikalische Spektrum, das auch in diesem Jahr wieder große Namen und spannende Neuentdeckungen zusammenbringt. Mit Philipp Poisel, Majan, Team Scheisse, Megaloh, Esther Graf, MilleniumKid, Ivo Martin, Haiyti, Blackout Problems, Mädness & Döll, Gringo Mayer, My Ugly Clementine, Soffie und zahlreichen weiteren Künstlern wartet ein Line-up auf die Besucher, das für vier Tage kaum Wünsche offenlässt. Längst hat sich das Festival auch den Ruf erworben, Künstler früh zu entdecken, die später große Karrieren starten: Schon AnnenMayKantereit, Giant Rooks oder LEA standen hier auf der Bühne, bevor sie deutschlandweit bekannt wurden.
Doch das „Sound of the Forest“ ist weit mehr als eine Aneinanderreihung von Konzerten. Zwischen den Bühnen entsteht eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Direkt am idyllischen Marbach-Stausee verschmelzen Musik, Natur und Gemeinschaft zu einem Erlebnis, das Besucher immer wieder ins Schwärmen bringt. Tagsüber laden Workshops, Kunstinstallationen, Lesungen und Naturangebote dazu ein, den Wald auf ganz neue Weise zu entdecken. Wer möchte, springt zwischendurch in den See, genießt die besondere Kulisse oder lässt einfach die Seele baumeln. Am Abend übernehmen dann die Bühnen das Kommando, wenn bis tief in die Nacht gefeiert, getanzt und mitgesungen wird.
Gleichzeitig bleibt Nachhaltigkeit ein fester Bestandteil der Festivalphilosophie. Regionale Lebensmittel und Getränke, wiederverwendete Dekorationen sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur gehören seit Jahren ebenso selbstverständlich dazu wie der respektvolle Umgang miteinander. Gerade diese Mischung aus hochkarätiger Livemusik, entspannter Festivalatmosphäre und gelebter Naturverbundenheit macht den besonderen Reiz des „Sound of the Forest“ aus. Wer einmal erlebt hat, wie die Sonne hinter den Baumwipfeln verschwindet und sich der Wald in ein Lichtermeer verwandelt, versteht schnell, warum so viele Besucher Jahr für Jahr zurückkehren. Weitere Informationen zum Festival, zum vollständigen Programm sowie zu Tickets und Anfahrt gibt es unter www.sound-of-the-forest.de. Wenn Ende Juli die ersten Töne über den Marbach-Stausee ziehen, dürfte der Odenwald einmal mehr zum wohl schönsten Festivalwohnzimmer Deutschlands werden. Aleksandar Kerošević



