
Bad König-Zell. Die dringend notwendige Fahrbahnerneuerung in der Ortsdurchfahrt Zell hat eine unerwartete Wendung genommen: Bei den seit dem 15. Juni laufenden Arbeiten im Helmertweg stellten die Beteiligten fest, dass die vier Zentimeter starke Asphaltdecke direkt auf einer Schotterschicht liegt und nicht auf einer stabilen Tragschicht wie ursprünglich angenommen.
Hinzu kommt, dass sowohl der Asphalt als auch der darunterliegende Schotter teerbelastet sind. Das Material muss deshalb zunächst zwischengelagert und untersucht werden, bevor es fachgerecht entsorgt werden kann.
Hessen Mobil, die Stadt Bad König und die ausführende Baufirma haben daraufhin das Baukonzept angepasst. Nun soll zunächst die Fahrbahn im Helmertweg erneuert werden. Geplant ist, die bis zu sechs Zentimeter starke Schotterschicht abzutragen und anschließend eine rund zehn Zentimeter starke Tragdeckschicht einzubauen, um die notwendige Stabilität der Fahrbahn sicherzustellen.
Trotz der zusätzlichen Herausforderungen bleibt das Ziel unverändert: Die derzeitige Vollsperrung der Ortsdurchfahrt soll mit Beginn der hessischen Sommerferien aufgehoben werden. Die wichtige Umleitungsstrecke im Zuge der Bauarbeiten an der neuen Talbrücke der B 45 soll damit möglichst schnell wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Die Ortsdurchfahrt war nach dem Pfingstwochenende wegen erheblicher Fahrbahnschäden gesperrt worden. Bereits kurz vor Pfingsten hatte die starke Hitze die Fahrbahnoberfläche im Helmertweg aufgeweicht. Nach Beratungen zwischen Vertretern der Stadt Bad König und Hessen Mobil konnte die Straße zunächst über das Pfingstwochenende offengehalten werden. Aufgrund weiterer Schäden musste sie jedoch am Abend des 26. Mai aus Gründen der Verkehrssicherheit voll gesperrt werden.
Vor Beginn der Bauarbeiten wurde zudem der Kanal entlang der rund 1,5 Kilometer langen Strecke untersucht. Dennoch besteht das Risiko, dass Kanal oder Hausanschlüsse durch die eingesetzten Baumaschinen beschädigt werden. In diesem Fall wären zusätzliche punktuelle Sanierungsarbeiten erforderlich, die sich auf die Bauzeit auswirken könnten. Nach Abschluss der Arbeiten ist eine weitere Kanalbefahrung im Auftrag der Stadt Bad König vorgesehen.
Die Kosten für die Fahrbahnerneuerung werden auf rund 280.000 Euro geschätzt. Sie werden ebenso wie die Kosten einer bereits im November beauftragten Oberflächenbehandlung vom Bund übernommen.
Der Helmertweg befindet sich zwar in der Baulast der Stadt Bad König, dient während des Neubaus der Zeller Talbrücke jedoch als Umleitungsstrecke für den Pkw-Verkehr der B 45. Deshalb hatten die Stadt Bad König und das Land Hessen bereits im vergangenen Jahr eine Vereinbarung geschlossen, die unter anderem das Vorgehen bei Schäden an der Umleitungsstrecke während der Bauzeit regelt. red
