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Kommentar: Mehr als ein Vorfall am Bahnsteig – Was uns der sinnlose Tod eines Achtjährigen in Frankfurt zeigt​

Es hat jeden berührt. Das kurze Leben eines achtjährigen Jungen, der in Frankfurt am Gleis 7 stand und nicht ahnte, dass dies der letzte Tag seines Lebens sein würde.
Von einem ihm Unbekannten, der ursprünglich aus Eritrea stammt, wurde er vor den einfahrenden Zug gestoßen und getötet. So sinnlos die Tat, ebenso sinnlos zahlreiche Kommentare der User in den sozialen Medien – auch bei uns.

Zu viele nehmen diesen Vorfall zum Anlass, ihre Ablehnung gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund kundzutun und zu zeigen, dass sie nicht einverstanden sind mit dem, was Bundeskanzlerin Angela Merkel ehemals gebilligt und verteidigt hat: ihren Umgang mit den Flüchtlingsströmen. „Ich bin kein Rechter, aber das wird man wohl doch mal sagen dürfen“, heißt es dann. Ob der Täter überhaupt ein Flüchtling war? Dass der Mann in der Schweiz lebte, eine Familie mit drei Kindern und bereits länger psychische Probleme hatte? All das spielt keine Rolle, denn da geht es ums Prinzip. Weil DIE halt so sind, derer es zu viele gibt, nach Meinung einer großen Masse, die bisher geschwiegen hat. Für eine kleine Redaktion unmöglich, dem Anspruch auf adäquate Moderation der vielen Kommentare etwa auf Facebook gerecht zu werden, einzuschreiten, wenn Inhalte strafrechtlich relevant werden.
Die Medien verteufeln diese verhüllte wie offene Volkshetze einerseits, feuern sie jedoch oftmals an – gewollt und ungewollt. Manipulierte Gesellschaft und alle machen mit. Alle? Hoffentlich nicht.

Heutzutage zählen im bangen Verlagsgeschäft wohl nur Auflage und Klickzahlen – um jeden Preis. Natürlich ist diese Tat verwerflich, tragisch, unfassbar, dennoch darf man sich die Frage stellen, ob es dieses Echo auch gegeben hätte, wenn der Täter ein mit Drogen zugedröhnter Schüler mit deutschem Stempel in der Geburtsurkunde gewesen wäre? Eher nicht.
In Deutschland schwelt es und das nicht erst seit diesem Vorfall. Wie lange wollen wir noch zuschauen, wie dieses rechte Gedankengut unseren Alltag bestimmt, unser Denken manipuliert? Der Erfolg der AfD ist ein Ausdruck genau dessen.

Ausgesprochen wird es in Momenten wie diesen, versteckt hinter der Maske der digitalen Anonymität. Da gibt es viele Ängste, zum Teil nachvollziebar, zum Teil nicht. Wo Oma nicht genug Rente, die Mama nicht genug Geld hat, um Miete und Essen zu bezahlen, muss ein Sündenbock her. Das Prinzip funktioniert seit Jahrtausenden.
Die Lösung? Gibt es eine? Vielleicht im ersten Schritt mal ohne Rücksicht auf die Außenwirkung Tacheles reden. Nicht nur digital, privat und öffentlich, auch politisch. Über die bekannten Phrasen und zu oft zu seichten Trauerbekundungen hinaus.

Einen Tag nach der Tat treten die Politiker vor das Mikrofon, jeder, der es nötig hat und gelobt, der Heiland zu sein. Warum ist immer ein derartiger Fall notwendig, um zu diskutieren? Zu lange ist nichts passiert, passiert nichts. Meinungsbildung geschieht auch im Verborgenen, inzwischen fast nur im Verborgenen.
Am Ende will es keiner gewusst haben. Kennen wir ja. Jedes Extrem ist kontraproduktiv. Derzeit alles extrem unbefriedigend.
Da ist ein Kind. Es wurde von einem psychisch Kranken getötet. Unser, mein Beileid. Politisch sind wir nicht, wollten wir als regionale Wochenzeitung nie sein, aber irgendwann ist mal gut. Sandra Breunig

2 Kommentare zu „Kommentar: Mehr als ein Vorfall am Bahnsteig – Was uns der sinnlose Tod eines Achtjährigen in Frankfurt zeigt​“

  1. Ekkehart Hoffmann

    Dann macht doch mal den Anfang und seid aufrichtig, gebt IMMER die Nationalität des Täters an. Soviel Ehrlichkeit sollte doch möglich sein. Der MÜNDIGE Leser kann sich dann sein EIGENES Urteil bilden und wird nicht durch Vorenthalten von Informationen in eine Richtung GELENKT!

  2. Fakt ist nun einmal, dass in einigen Kulturkreisen ein Menschenleben nichts wert ist. Wer die Welt kennt, ist sich dessen bewusst. Diese Kulturen haben ganz andere Wertvorstellungen als wir. Das kann man denen auch nicht beibringen, das haben Forscher und Missionare schon seit Jahrhunderten vergebens versucht. Wenn eine dieser Kulturen auf die unsere prallt, gibt es nun einmal auf unserer Seite viele Opfer, da wir das bei uns nicht kennen. Man kann sich nicht einmal darauf vorbereiten, da wir gar nicht so denken und ticken können wie die anderen Kulturen.

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