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Es gibt Tage, da wacht man auf und denkt sich: Heute werde ich ein besserer Mensch. Ich werde Müll trennen, freundlich grüßen und vielleicht sogar jemandem die Vorfahrt lassen. Und dann gibt es Tage, da freut man sich, jemandem die Tour zu vermasseln.

Seit heute bin ich Denunziant. Und gar kein schlechter. Wobei „Denunziant“ so ein hässliches Wort ist. Nennen wir es lieber: Heimatschützer für systemkritische Infrastruktur. Was hatte auch vorhin der Lkw auf der Zeller Ortsdurchfahrt zu suchen, die angesichts der fragilen Straßensubstanz für den Schwerlastverkehr tabu sein sollte? Kein Einzelfall. An den zahllosen Verbotsschildern samt Tourette-Blinktafel an der Bad Königer Kreuzung kann es nicht liegen. So „hacke“ kann nicht mal ein Odenwälder nach dem rituellen Tankstellenabsacker am Vormittag sein. Es ist Zeit, zu handeln! Man mag mir Selbstjustiz unterstellen, aber wir Odenwälder haben eine ganz eigene, fast intime Beziehung zu echtem Schmerz. Wir wissen, was Leid ist. Der Odenwaldkreis hat keine Autobahn, keine ausgebauten Bundesstraßen, nicht mal ein durchgehend zweites Gleis für die Odenwaldbahn, aber er hat Prinzipien und teilt gern, vor allem das Leid.

Wer uns mit Vorsatz die Schlaglöcher tiefer fährt, bekommt die Quittung, und zwar vom Bad Königer Ordnungsamt. Mail mit Foto, Datum und Uhrzeit gern an koenig@stadt.badkoenig.de. Irgendwie muss ja das Geld zusammenkommen, das die Straßensanierung in Zell am Ende kosten wird, wenn die Brücke wieder steht. Morgen warte ich in einer Seitenstraße, bis mir ein Lkw vor die Linse fährt. Ich helfe gern. Willkommen in der wahren Odenwaldhölle.

Bleiben Sie wachsam,
Ihr Tim Tollkühn

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