Michelstadt. Nach fast einem Vierteljahrhundert endet die Geschichte der Hotz Kommunikations- und Datenservice GmbH: Das Unternehmen im Michelstädter Gewerbegebiet stellt seinen Betrieb zum 31. Oktober ein. 50 Mitarbeiter verlieren dadurch ihre Arbeitsplätze. Nach Angaben von Inhaber Stefan Hotz ist die Firma nicht insolvent.
Auslöser für die Entscheidung sei der Verlust wichtiger Kunden. Laut Hotz zeichnete sich die Entwicklung bereits seit Mitte vergangenen Jahres ab. Kunden seien abgesprungen, weil sie ihre externen Kosten reduzieren müssten. Gleichzeitig verändere der rasante Einsatz Künstlicher Intelligenz den Markt: Unternehmen könnten zunehmend Aufgaben selbst übernehmen, die sie bislang an externe Dienstleister vergeben hätten.
Hotz Kommunikations- und Datenservice unterstützt Unternehmen unter anderem bei der Betreuung ihrer sozialen Medien und übernimmt Service- und Backoffice-Aufgaben. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung holte sich die Geschäftsführung nach eigenen Angaben Rat bei einer externen Beratung. Nach eingehender Prüfung sei die Entscheidung gefallen, den Betrieb geordnet einzustellen, solange das Unternehmen das weitere Vorgehen noch selbst bestimmen könne.
Hotz betont, dass es sich nicht um eine Insolvenz handelt. Bestehende Aufträge könnten bis zur Schließung vereinbarungsgemäß abgeschlossen werden. Die 50 Mitarbeiter seien betriebsbedingt gekündigt worden, sollen aber bis zu ihrem jeweils letzten Arbeitstag ihren vollen Lohn erhalten.
Besonderes Augenmerk liegt auf den drei Auszubildenden zum Kaufmann beziehungsweise zur Kauffrau für Büromanagement. Sie sollen ihre Ausbildung bei anderen Unternehmen fortsetzen können. Dazu führt die Firma nach Angaben von Hotz Gespräche mit der Industrie- und Handelskammer sowie mit Kunden und Wettbewerbern. Die Aussichten auf eine Weiterbeschäftigung seien gut.
Für Stefan Hotz bedeutet die Schließung zwar das Ende dieses Unternehmens, nicht aber das Ende seiner unternehmerischen Tätigkeit. Welche Pläne er verfolgt, lässt er noch offen. Zunächst wolle er die Firma geordnet abwickeln und die bestehenden Kunden bis zum Schluss betreuen. Eine unmittelbare Nachfolgefirma für den bisherigen Betrieb werde es nach seinen Angaben nicht geben. red





