Für langjähriges Engagement geehrt: Dr. Michael Reuter (Mitte) mit der Ehrenplakette des Odenwaldkreises in Gold. Ihm gratulieren Landrat Frank Matiaske (rechts) und der Kreistagsvorsitzende Rüdiger Holschuh. Foto: Stefan Toepfer

Odenwaldkreis. Trotz eines Defizits von 7,6 Millionen Euro will der Odenwaldkreis auch im aktuellen Jahr weiter in Bildung, Digitalisierung, Infrastruktur und Gesundheitsversorgung investieren. Den Haushaltsentwurf für 2026 brachte Landrat Frank Matiaske in der Kreistagssitzung in Erbach ein. Er sprach von einem Haushalt „mit ehrlichen Zahlen in schwierigen Zeiten“.

Der Entwurf sieht Erträge von 232,6 Millionen Euro und Aufwendungen von 240,2 Millionen Euro vor. Zwar fällt das erwartete Minus damit deutlich geringer aus als noch im Vorjahr, Entwarnung gebe es jedoch nicht. Matiaske kritisierte insbesondere die zunehmenden finanziellen Belastungen durch Vorgaben von Bund und Land, etwa in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe sowie durch die Krankenhausreform.

Trotz der angespannten Finanzlage bleibt die Gesamtumlage für die Städte und Gemeinden unverändert bei 58 Prozent. Damit verzichtet der Kreis auf zusätzliche Belastungen der Kommunen. Zugleich sollen neue investive Schulden vermieden werden.

Zum Ende der Sitzung wurde Herbert Siefert (ÜWG) als Kreisbeigeordneter verpflichtet. Seine Vereidigung war nachgeholt worden, da er an der konstituierenden Sitzung des Kreistags nicht teilnehmen konnte.

Beim anschließenden Parlamentarischen Abend standen langjährige Mandatsträger im Mittelpunkt. Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh dankte insgesamt 31 ausgeschiedenen Mitgliedern von Kreistag und Kreisausschuss für ihr Engagement.

Die höchste Auszeichnung des Odenwaldkreises, die Ehrenplakette in Gold, erhielt Dr. Michael Reuter. Er war von 1991 bis 2003 hauptamtlicher Erster Kreisbeigeordneter, anschließend bis 2006 ehrenamtlicher Erster Kreisbeigeordneter und gehörte bis 2026 als Kreisbeigeordneter dem Kreisausschuss an.

Sechs weitere Kommunalpolitiker wurden mit der Ehrenplakette in Bronze ausgezeichnet, vier erhielten eine Ehrenurkunde und 20 eine Urkunde für ihr langjähriges Engagement. Holschuh betonte dabei die Bedeutung der Kommunalpolitik für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und rief die neuen Mandatsträger zu einer sachorientierten Zusammenarbeit auf. Die Bürger erwarteten zu Recht konkrete Ergebnisse vor Ort. red

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