Ein Modell für die Zukunft Foto: Privat

Michelstadt. Ein gemeinsamer Ort für Ausbildung, Innovation, Beratung und Zusammenarbeit – bislang ist das eine Idee, keine beschlossene Baumaßnahme. Die Kreishandwerkerschaft Odenwaldkreis treibt die Überlegungen für ein neues Haus des Handwerks weiter voran. Ob und in welcher Form das Projekt tatsächlich realisiert werden kann, ist noch offen. Bei einer Veranstaltung am 29. September in der Volksbank Michelstadt diskutierten Vertreter aus Handwerk, Wirtschaft, Industrie, Bildung und Kommunen über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte.

Dabei geht es nach Angaben von Kreishandwerksmeister Martin Schlingmann um weit mehr als ein mögliches neues Gebäude. Seit rund zwei Jahren werde an dem Projekt gearbeitet. In dieser Zeit sei bereits ein Netzwerk aus Handwerk, Wirtschaft, Industrie, Bildung, Architektur und Kommunen entstanden. Ein künftiges Haus könnte diese Akteure und ihre Angebote an einem sichtbaren Ort zusammenbringen.

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Wie ein solches Haus aussehen könnte, erläuterten Jens Jung und Christoph Vogt von Bauquadrat anhand eines Modells. Im Mittelpunkt stehen nicht allein die räumlichen Möglichkeiten, sondern auch die Frage, wie das Gebäude künftig genutzt werden könnte. Geschäftsstellenleiter Harald Buschmann sieht in dem Projekt die Chance, die vielfältigen Aktivitäten des Odenwälder Handwerks an einem zentralen und zukunftsorientierten Standort zu bündeln.

Eine wichtige Rolle in den Überlegungen spielt die Nachwuchsförderung. Marion Ludwig berichtete über die Berufsorientierung der Kreishandwerkerschaft, die Zusammenarbeit mit Schulen und den Einsatz von Ausbildungsbotschaftern. Thorsten Wohlgemuth stellte das LeFoO als Beispiel dafür vor, wie Digitalisierung und moderne Technik Einzug ins Handwerk halten. Dazu gehören etwa 3D-Druck und neue Messverfahren.

Auch die Zusammenarbeit von Handwerk und Industrie sowie die mögliche Bedeutung des Vorhabens für Michelstadt wurden bei der von Sophie Monnheimer moderierten Veranstaltung diskutiert. Zu den Beteiligten gehörten unter anderem Wilfried Schulz, Unternehmerin und Meisterin Johanna Bischoff, Maurer- und Tischlermeister Max Promny, Erster Stadtrat Roger Tietz und Stadtverordnetenvorsteherin Erika Ober. Für die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main beteiligten sich Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Riess und Geschäftsführer Karsten Lamers an dem Austausch. Präsidentin Susanne Haus musste ihre Teilnahme kurzfristig absagen.

Eine Entscheidung über den Bau des Hauses ist noch nicht gefallen. Zunächst soll eine Machbarkeitsstudie die Voraussetzungen für eine mögliche Realisierung untersuchen. Dabei geht es insbesondere um Trägerschaft und Betreiberstruktur, Wirtschaftlichkeit, bauliche Umsetzung und mögliche Fördermittel. Erst auf dieser Grundlage können weitere Entscheidungen über das Projekt getroffen werden.

Die Kreishandwerkerschaft will die Idee gemeinsam mit ihren Partnern weiterentwickeln. Angestrebt wird ein Haus, das Begegnung, Ausbildung, Innovation, Beratung und Zusammenarbeit miteinander verbindet und zu einem sichtbaren Ort für das Odenwälder Handwerk werden könnte. red

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