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Odenwaldkreis. Am Sonntag, 15. März 2026, ist es wieder so weit: Die Wahlberechtigten im Odenwaldkreis sind aufgerufen, die Zusammensetzung des neuen Kreistags zu bestimmen. Gemeinsam mit den Wahlen in den Städten und Gemeinden sowie weiteren kommunalen Abstimmungen findet an diesem Tag die Kreiswahl in Hessen statt – die wichtigste Entscheidung für unsere unmittelbare Lebensumgebung vor Ort.

Denn Kommunalpolitik ist die politische Ebene, die uns im Alltag am direktesten betrifft. Die Kreistagsabgeordneten, die an diesem Tag im Odenwaldkreis gewählt werden, entscheiden über Themen, die unmittelbar vor unserer Haustür liegen: die Sanierung von Schulen und Kreisstraßen, die Zukunft der medizinischen Versorgung, den öffentlichen Nahverkehr, die Förderung von Kultur und Sport oder den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Wer im Kreistag die Mehrheit stellt, gibt die Richtung vor, in die sich unser Landkreis in den kommenden fünf Jahren entwickeln wird.

Wer, wie und wo gewählt wird
Wahlberechtigt für die Kreistagswahl ist, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens sechs Wochen seinen Hauptwohnsitz im Odenwaldkreis hat. Dies gilt sowohl für deutsche Staatsbürger als auch für Staatsangehörige eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland (Unionsbürger).

Gewählt wird im Odenwaldkreis nach den Grundsätzen der Kommunalwahl in Hessen, die den Wählern ein hohes Maß an individueller Entscheidungsfreiheit einräumt. Jeder Wähler hat genauso viele Stimmen, wie Sitze im Kreistag zu vergeben sind – im Odenwaldkreis sind das 51 Kreistagsabgeordnete. Mit diesen 51 Stimmen können Sie die Politik des Landkreises für die kommende Legislaturperiode maßgeblich beeinflussen.

Kumulieren, Panaschieren – so nutzen Sie Ihre Stimmen optimal
Das hessische Wahlsystem mag auf den ersten Blick komplex wirken, bietet aber gerade dadurch die Möglichkeit einer sehr differenzierten und persönlichen Stimmabgabe. Auf dem Stimmzettel stehen die Wahlvorschläge (Listen) der Parteien und Wählergruppen mit ihren jeweiligen Kandidaten.

Sie haben mehrere Möglichkeiten, Ihre 51 Stimmen zu vergeben:

• Das Listenkreuz: Die einfachste Form ist es, eine Liste anzukreuzen. Damit geben Sie jeder dort aufgeführten Person automatisch eine Stimme. Sollten damit noch nicht alle Stimmen vergeben sein, wird die Verteilung von oben nach unten fortgesetzt, bis Ihre 51 Stimmen aufgebraucht sind oder alle Kandidaten der Liste jeweils drei Stimmen erhalten haben.

• Kumulieren (auch „Häufeln“ genannt): Sie können bis zu drei Stimmen an einen besonders geeigneten Kandidaten vergeben. So können Sie Ihre Unterstützung für einzelne Personen gezielt verstärken.

• Panaschieren (auch „Mischen“ genannt): Sie sind nicht an eine Partei oder Wählergruppe gebunden. Ihre Stimmen können auf Kandidaten verschiedener Listen verteilt werden. So stellen Sie sich Ihre ganz persönliche Wunschliste für den Kreistag zusammen.

• Streichen und Kombinieren: Es ist auch möglich, einzelne Namen auf einer Liste zu streichen. Selbst wer ein Listenkreuz gesetzt hat, kann bestimmte Kandidaten von der Stimmvergabe ausnehmen. Alle genannten Varianten lassen sich miteinander kombinieren.

Der Weg zur Wahl: Briefwahl oder Gang ins Wahllokal
Alle Wahlberechtigten erhielten ihre Wahlbenachrichtigung per Post. Auf dieser ist das jeweils zuständige Wahllokal vermerkt. Am Wahlsonntag, dem 15. März, sind die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Bitte bringen Sie Ihre Wahlbenachrichtigung sowie Ihren Personalausweis mit.

Wer am Wahltag verhindert ist oder seine Stimme lieber bequem von zu Hause aus abgeben möchte, kann die Briefwahl beantragen. Die dafür notwendigen Unterlagen können bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung angefordert werden – per Post, online oder persönlich. Die ausgefüllten Briefwahlunterlagen müssen spätestens am Wahlsonntag bis 18 Uhr bei der zuständigen Stelle eingegangen sein, um berücksichtigt zu werden.

Wann die Ergebnisse vorliegen
Gegen 18 Uhr am Wahlabend schließen die Wahllokale, und die Auszählung beginnt. Erste Trendergebnisse werden für den späten Abend erwartet. Diese basieren auf Stimmzetteln, auf denen ausschließlich ein einfaches Listenkreuz gesetzt wurde. Da viele Wähler von den Möglichkeiten des Kumulierens und Panaschierens Gebrauch machen, kann die vollständige Auszählung aller Stimmen einige Tage in Anspruch nehmen. Mit vorläufigen Endergebnissen rechnen die Verwaltungen im Laufe der folgenden Woche. Aleksandar Kerošević

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