Das unsichtbare Netz der Antike: Wie die Römer bis heute unsere Landschaft prägen

Ein Vortrag im Infozentrum der Römischen Villa Haselburg gibt faszinierende Einblicke in die Methoden der antiken Landvermesser und ihr fortwirkendes Erbe.

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Höchst / Hummetroth. Wenig ist mehr mit dem landläufigen Bild der römischen Welt verbunden als die sich schnurgerade bis zum Horizont hinziehenden Römerstraßen, die Städte im Schachbrettmuster mit ihren regelmäßigen Häuserblocks (Insulae) oder spielkartenförmige Militärlager. Weit weniger bekannt ist jedoch, dass sich dieses präzise geometrische Raster einst auch über riesige Agrarlandschaften rund um viele Städte des Imperium Romanum erstreckte. Ganze Regionen waren von weitläufigen Systemen quadratischer Felder und Wege umgeben, wozu nicht selten die gesamte Naturlandschaft umgeformt werden musste.

Unter den Fachbegriffen Centuriatio und Limitatio schufen die Agrimensores – die römischen Feldvermesser – ein durchdachtes Ordnungssystem. Dieses Raster hat an vielen Stellen rund um das Mittelmeer und in Teilen Mitteleuropas die Jahrtausende überdauert und besteht überraschenderweise bis in unsere heutige Zeit fort. Modernes Kartenmaterial und Flurgrenzen zeigen stellenweise noch immer die Spuren der antiken Aufteilung.

Doch wie war es für die römischen Landvermesser überhaupt möglich, mit ihren damaligen Instrumenten Linien und Geraden über große Distanzen mit nur minimaler Abweichung einzumessen? Welche Ursprünge und praktischen Vorteile hatte dieses System für Verwaltung, Landwirtschaft und Militär? Und inwiefern werden die antiken Gedanken selbst in unserer heutigen modernen Raumplanung wieder aufgegriffen und umgesetzt?

Antworten auf diese Fragen bietet der Vortrag von Historiker Dr. Michael Ditter, der die Zuhörer mit auf eine lebendige Zeitreise in die Welt der antiken Vermessungskunst nimmt.

Die Veranstaltung findet am Sonntag, den 23. August, um 17:00 Uhr im Infozentrum der Römischen Villa Haselburg (bei Höchst / Hummetroth) statt. Veranstalter ist der Haselburg-Verein e.V. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen; der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Foto: Haselburg – Verein e.V.

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