Michelstadt. Eine der größten Erhebungen des Mittelalters steht im Mittelpunkt eines Vortrags im Stadtmuseum: In der Reihe „Unser Odenwald – Vom Bekannten zum Unbekannten“ beleuchtet die Historikerin Antje Vollmer die dramatischen Ereignisse der Bauernkriege. Ihr Vortrag „Vor 500 Jahren: Die Bauernkriege“ macht deutlich, warum der Aufstand von Bauern, Bürgern und einfachen Leuten das Heilige Römische Reich ins Wanken brachte – und welche Spuren er im Odenwald hinterließ.
Zwischen 1524 und 1526 richtete sich die Bewegung gegen politische, wirtschaftliche und religiöse Unterdrückung. Vollmer ordnet Ursachen, Verlauf und Folgen dieser „Revolution des gemeinen Mannes“ ein – ein Begriff, der vom Historiker Peter Blickle geprägt wurde. Dabei zeigt sie, wie eng die Reformation mit den Forderungen der Aufständischen verbunden war und welche Folgen dies für die Region hatte.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Jahr 1525, als die „hellen Horden“ des Götz von Berlichingen auch im Odenwald auftauchten und Orte wie Amorbach und Miltenberg erreichten. Ebenso wird die Rolle der Grafen zu Erbach beleuchtet, die als Landesherren zwischen Reformation und Rebellion standen.
Der Vortrag findet am Freitag, 6. März, im Stadtmuseum Michelstadt (Einhardspforte 3) statt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Anmeldungen sind per E-Mail an anmeldung@michelstadt.de oder telefonisch unter 06061-74620 möglich. red

