
Michelstadt. Schienenfahrzeuge für den internationalen Tunnelbau werden in Michelstadt gefertigt. Landrat Frank Matiaske und Wirtschaftsförderin Gabriele Quanz besuchten die ME Mining Equipment Europe GmbH, um sich ein Bild von der Entwicklung des Unternehmens zu machen.
Die Wurzeln des Betriebs reichen bis zum Michelstädter Familienunternehmen Mühlhäuser zurück, dessen Technik unter anderem im Gotthardtunnel, im Eurotunnel sowie bei der Londoner U-Bahn zum Einsatz kommt. Nach einer Insolvenz im Jahr 2019 ermöglichte ein US-Investor die Rettung der Patente und die Rückkehr an den Standort an der B47. Rund sechs Millionen Euro aus den USA flossen in den Neuaufbau unter Geschäftsführer Paul Zeder.
Das Unternehmen bedient einen internationalen Nischenmarkt und produziert projektbezogen Schienenfahrzeuge für den Tunnelbau, die nach Abschluss der Bauarbeiten zurückgekauft, überholt und erneut eingesetzt werden. Parallel dazu wurde der Standort umfassend modernisiert. Neue Dächer mit Photovoltaikanlagen ermöglichen eine weitgehend eigenständige Stromversorgung, ergänzt durch Batteriespeicher. Die Maßnahmen wurden teilweise mit Bundesmitteln gefördert. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 30 Mitarbeiter.
Neben der technischen Fertigung rücken auch Digitalisierung und der mögliche Einsatz von Künstlicher Intelligenz stärker in den Fokus. Unterstützung soll dabei durch das Kompetenzzentrum für Digitalisierung im ländlichen Raum erfolgen, das im Lern- und Forschungszentrum Odenwald angesiedelt ist.
Als größte Herausforderungen nannte Zeder den Fachkräftemangel und die internationale Zollpolitik. Positiv bewertete er hingegen das neue Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien, das dem Unternehmen den Zugang zu einem wichtigen Markt erleichtern soll. red



