Der Zoll soll mehr Mindestlohn-Kontrollen machen. „Damit käme man endlich mehr Betrieben auf die Schliche, die ihren Beschäftigten weniger als die vorgeschriebenen 13,90 Euro pro Stunde bezahlen“, sagt Guido Noll von der Gewerkschaft NGG Darmstadt und Mainz. Foto: Florian Göricke

Odenwaldkreis. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Darmstadt und Mainz fordert deutlich mehr Kontrollen zur Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns im Odenwaldkreis. Hintergrund ist die Anhebung des Mindestlohns auf 13,90 Euro pro Stunde seit Januar, von der nach Angaben der NGG vor allem rund 8.900 Minijobber im Kreis profitieren sollen.

NGG-Geschäftsführer Guido Noll äußert Zweifel, dass alle Arbeitgeber den höheren Mindestlohn tatsächlich zahlen. Es gebe „schwarze Schafe“, die versuchten, die Vorgaben zu umgehen. Deshalb sei es wichtig, die Januar-Lohnabrechnungen, die im Februar ausgezahlt werden, genau zu prüfen. Das gelte nicht nur für Minijobber, sondern auch für Beschäftigte mit regulären Arbeitsverträgen im Niedriglohnbereich.

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Besonders aufmerksam sollten Arbeitnehmer laut NGG auf die korrekt erfasste Arbeitszeit achten. Wenn geleistete Stunden nachträglich reduziert würden, um rechnerisch auf den Mindestlohn zu kommen, sei das ein klarer Gesetzesverstoß. Beschäftigte aus der Lebensmittelherstellung und der Gastronomie können sich bei Fragen an die NGG wenden: Tel. 06151 36 698-0, E-Mail: region.darmstadt-mainz@ngg.net.

Kritik übt die Gewerkschaft zudem an der aus ihrer Sicht zu geringen Zahl an Kontrollen. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls sei personell nicht ausreichend ausgestattet, um Mindestlohnverstöße wirksam zu verfolgen. Der Bund müsse hier nachbessern und den Kontrolldruck erhöhen. Diese Forderung richtet die NGG auch an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus der Region.

Zugleich betont die Gewerkschaft, dass der Mindestlohn nur eine Untergrenze sei. Wirklich faire Bezahlung gebe es nur mit Tariflohn. Daher spricht sich die NGG für ein Bundestariftreuegesetz aus. red

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