Das Gebäude in der Bismarckstraße war einst der Verwaltungssitz des gräflichen Amtmanns bis zur Eingliederung der Grafschaft Erbach in das Großherzogtum Hessen. Foto: Wolfgang Kalberlah

Reichelsheim. Kürzlich hat das Reichelsheimer Lexikon eine bedeutende Erweiterung erfahren: In dem unter www.lexikon-reichelsheim.eu aufzurufenden Werk wurde in dessen Menüleiste die Schaltfläche „Zeittafel“ eingefügt. Damit können alle Nutzer die „Zeittafel zur Geschichte von Reichelsheim (Odenwald)“ aufrufen. Diese Rubrik ermöglicht einen stichwortartigen Überblick über die wichtigsten dokumentierten Ereignisse im Laufe der Geschichte dieser Odenwaldgemeinde und seiner Ortsteile. Die Übersicht ist chronologisch geordnet, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Index am Ende ist mit den entsprechenden Seiten der Auflistung verlinkt. Den Anfang nimmt der Rückblick weit vor der urkundlichen Ersterwähnung Reichelsheim mit der Nennung der Erzgruben bei Erzbach im Jahr 773 als „Arezgrefte“. Der Name steht im Zusammenhang mit der Grenzbeschreibung der Mark Heppenheim, die dem Kloster Lorsch von Karl dem Großen geschenkt wurde. 1528 wird Reichelsheim als „rychelsche“ in der Karte „Heydelberger becirck uff 6 Meilen beschriben“ von Sebastian Münster erwähnt. Auch der umstrittene Aufenthalt des Malers Matthias Grünewald, der als „Matthes der Moler“ 1529 ein Badezimmer auf Burg Reichenberg ausgemalt haben soll, findet in der Auflistung seinen Niederschlag. Wer wissen möchte, wann der erste lutherische Pfarrer in der Gemeinde tätig war, wird ebenso fündig, wie jene, die das Jahr der Gründung des Reit- und Fahrvereins erfahren möchten. Sind die ersten urkundlichen Erwähnungen noch dünn gesät, so ist die Zeittafel um so reichhaltiger mit Ereignissen angereichert, je mehr sie sich unserer Zeit nähert. Ab dem 19. Jahrhundert sind fast durchweg sämtliche Jahre mit einem Ereignis besetzt. Auch die wichtigsten örtlichen Fest sind permanent festgehalten. Selbst bei den Märchen- und Sagentagen kann der Leser erfahren, wer in welchem Jahr den Wildweibchenpreis entgegennehmen konnte. Beim größten Volksfest des oberen Gersprenztals, dem Michelsmarkt, lässt sich herausfinden, wann und warum es ausgefallen ist.

Sollte der Nutzer des Lexikons dann beispielsweise über den Michelsmarkt Näheres in Erfahrung bringen wollen, so kann er im Menü zum Buchstaben M wechseln und dort Weiteres über den Markt erfahren. Mittlerweile umfasst das digitale Nachschlagewerk, das sich als Fortsetzung des im Jahr 2002 erschienenen 700-Jahrbuchs versteht, ungefähr … Eintragungen. Ziel ist es, nach und nach ein umfangreiches digitales Nachschlagewerk entstehen zu lassen, an dem sich Jeder beteiligen kann. Die im Lexikon enthaltenen Informationen sollen sich auf das beziehen, was Bewohner und Gäste bei einem Aufenthalt in der Gemeinde sehen, hören und erleben oder suchen. Sie sollen die Möglichkeit haben, möglichst viele Informationen über Reichelsheim zu bekommen. Das Lexikon ermöglicht einen schnellen Zugriff auf Themen aus Ortsgeschichte, Kunst, Kultur, Architektur, Technik, Tier- und Pflanzenwelt, Literatur, Politik und Gesellschaft. Darüber hinaus werden Gebäude ebenso vorgestellt wie Schulen, Kirchengemeinden, Vereine, Firmen und weitere Institutionen. Dabei sollen alle Artikel hinsichtlich ihres Umfangs auf ein Minimum beschränkt bleiben, um sie übersichtlich zu halten. Querverweise geben die Möglichkeit, weitergehende Informationen zu erhalten. Der Internetauftritt ist alphabetisch aufgebaut, wobei Vergangenes und Gegenwärtiges Einzug finden. Dadurch entsteht ein aktuell-historisches Werk. Bilder sollen die Aussagen in den Artikeln unterstützen und das Werk lebendiger machen.

Das Regionalmuseum pflegt das Lexikon und ist Ansprechpartner in allen Angelegenheiten. Es ruft alle Interessenten auf, sich mit eigenen Beiträgen und Bildern zu beteiligen. Kurze Abhandlungen sind über die Redaktion einzureichen, die letztendlich über die Veröffentlichung entscheidet. Copyright und Datenschutz sowie die Privatsphäre sind von allen Einreichenden zu beachten, ebenso wie das Verbot von Diskriminierungen. Sofern noch lebende Personen abgebildet oder benannt werden sollen, muss deren Einverständnis vorliegen. Verantwortlich für den Inhalt der einzelnen Lexikonartikel sind die jeweiligen Autoren, die unter ihrem Bericht genannt werden.

Eine Recherchefunktion bietet die Möglichkeit, in allen Eintragungen zu stöbern. Über das Alphabet in der Menüleiste können die Nutzer auf die entsprechenden Artikel zugreifen oder mittels des Autorenverzeichnisses zunächst den Verfasser aufrufen und über ihn nach seinen Berichten suchen. Ein Abkürzungsverzeichnis erläutert die verwendeten Kurzformen und die Rubrik Literatur führt nicht nur die in den Artikeln verwendeten Publikationen auf, sondern auch alle Bücher, die über Reichelsheim und seine Ortsteile in den Präsenzbibliotheken des Regionalmuseums und des Gemeindearchivs einzusehen sind. Wolfgang Kalberlah

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