Erbach. Ein mutmaßlicher Umweltskandal am Erdbacheinschlupf hat sich nach umfangreichen Untersuchungen als unbegründet erwiesen. Der Verdacht, dass Abwasser aus einem Mehrfamilienhaus illegal in das streng geschützte FFH-Gebiet geleitet wird, bestätigte sich nicht.
Auslöser der Ermittlungen war ein Abwasserrohr unbekannter Herkunft, das bereits im vergangenen Oktober bei Pflegearbeiten im Bereich des Erdbacheinschlupfs entdeckt worden war. Nachdem ein Anwohner den Fall bei den Behörden angezeigt und die Lokalpresse informiert hatte, wurden die Untersuchungen beschleunigt.
Der Abwasserverband Mittlere Mümling überprüfte daraufhin die Entwässerung des betroffenen Mehrfamilienhauses. Eine Kamerabefahrung sowie ein Färbetest ergaben, dass sämtliche häuslichen Abwässer ordnungsgemäß in das Kanalnetz eingeleitet werden. Hinweise auf eine illegale Einleitung in das Naturschutzgebiet fanden sich nicht.
Unklar bleibt jedoch, woher das entdeckte Rohr stammt. Nach Einschätzung der Beteiligten könnte es noch aus der Zeit stammen, als sich auf dem Grundstück ein privater Tennisplatz befand. Da ein Rückbau des stillgelegten Rohrs nach Ansicht des Abwasserverbands größere Schäden am Gelände verursachen als einen Nutzen bringen würde, soll es im Boden verbleiben. red



