
Michelstadt / New Ulm. Für den Michelstädter Autor und Regisseur Erich Becker ist ein außergewöhnliches Theaterprojekt zu einem besonderen Erfolg geworden. Sein Stück „Ludwig Bogen – Ein Leben für die Revolution“ wurde im Mai erstmals in Nordamerika aufgeführt – ausgerechnet in New Ulm im US-Bundesstaat Minnesota, dem letzten Wohnort des aus Michelstadt stammenden Revolutionärs.
Im Mittelpunkt des Theaterstücks steht Ludwig Bogen, der 1848 als Abgeordneter der Frankfurter Paulskirche für Demokratie und Freiheit kämpfte. Nach dem Scheitern der Revolution wanderte er nach Amerika aus und setzte sich dort weiterhin für Pressefreiheit und demokratische Werte ein.
Für die Aufführungen reiste Becker gemeinsam mit seiner Frau Valerie, den Mitwirkenden Heidrun Dammel und Wolfgang Häder sowie seinem Theaterkonzept des Historischen Theaters nach New Ulm. Dort standen neben Proben und Vorträgen zwei Aufführungen des Stücks auf dem Programm, die beim Publikum auf große Resonanz stießen.
Besonders bewegend war die Anwesenheit mehrerer Nachfahren Ludwig Bogens, die aus verschiedenen US-Bundesstaaten angereist waren. Nach der Vorstellung kam es zu emotionalen Begegnungen zwischen den Familienangehörigen und den deutschen Gästen. Eine Ur-Ur-Enkelin des Revolutionärs soll nach der Aufführung gesagt haben: „Er lebt wieder.“
Im Anschluss an die zweite Vorstellung stellten sich die Darsteller und der Autor in einer Gesprächsrunde den Fragen des Publikums. Dabei ging es unter anderem um die Entstehung des Stücks, die historischen Recherchen und die Verbindung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten.
Für Erich Becker markiert die Aufführung in New Ulm einen besonderen Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens. Nach seiner Rückkehr in den Odenwald will er sich nun neuen Theaterprojekten widmen und weitere historische Stoffe auf die Bühne bringen. red
