Werner-Borchers-Halle. Foto: Stadt Erbach

Odenwaldkreis. Die geplante Schaffung eines zweiten hauptamtlichen Beigeordneten im Odenwaldkreis sorgt weiterhin für heftige Diskussionen. Während die Koalition aus CDU und SPD den CDU-Politiker Kevin Schmauß für das Amt vorsieht, wächst in der Opposition die Kritik an den zusätzlichen Kosten.

Die Wahl ist für die Kreistagssitzung am Montag, 22. Juni, vorgesehen. Bereits zuvor hatte die Mehrheit von CDU und SPD die Hauptsatzung geändert und damit die Grundlage für die neue Stelle geschaffen.

ÜWG, Grüne sowie die neue Fraktion „Zukunft Odenwald: FDP-ZBK“ fordern vor der Abstimmung mehr Transparenz. In einem gemeinsamen Antrag verlangen sie Auskunft über die tatsächlichen Kosten der Stelle und über die zusätzlichen Aufgaben, die einen weiteren hauptamtlichen Beigeordneten erforderlich machen sollen.

Die Kritiker verweisen auf die angespannte Finanzlage des Landkreises. Der Haushalt 2025 weist trotz Nachbesserungen ein Defizit von 12,3 Millionen Euro auf. Nach Ansicht der Opposition könnten die Ausgaben für die neue Führungsposition Mittel binden, die an anderer Stelle – etwa bei Schulen, Infrastruktur oder der Unterstützung der Kommunen – benötigt würden.

CDU und SPD verteidigen dagegen die Pläne. Sie sehen in Kevin Schmauß einen wichtigen Ansprechpartner für Wirtschaftsförderung, Gesundheitsversorgung und weitere Zukunftsaufgaben des Landkreises. Zudem verweisen die Befürworter darauf, dass durch den Umbau der Odenwald-Regionalgesellschaft eine Führungsstelle weggefallen sei und dadurch Einsparungen erzielt würden.

Nach den Vorstellungen der Koalition soll die zusätzliche Beigeordnetenstelle nur befristet bestehen. Wenn der derzeitige Erste Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis im Jahr 2029 aus dem Amt ausscheidet, soll der zusätzliche Posten wieder entfallen.

Ob die knappe Mehrheit von CDU und SPD bei der geheimen Wahl am 22. Juni ausreicht, bleibt abzuwarten. Das Thema gehört derzeit zu den umstrittensten politischen Debatten im Odenwaldkreis. red

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