Austausch: Im Gesundheitsamt schauen sich (von links) der kommissarische Amtsleiter Eren Dagdelen, der Erste Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis und Hauptabteilungsleiter Bernhard Hering aktuelle Zahlen von Schuleingangsuntersuchungen an. Foto: Stefan Toepfer

Odenwaldkreis. Mit 14 Jahren pfeift er noch Fußballspiele, heute lenkt er den Gesundheitsdienst des Kreises: Eren Dagdelen (46) ist neuer kommissarischer Leiter des Gesundheitsamts im Odenwaldkreis. Der Mediziner folgt auf Dr. Antje Siebel, die das Amt Ende 2025 verlassen hatte. Offiziell ist die Stelle noch nicht dauerhaft besetzt – Dagdelen fehlt noch die Facharzt-Weiterbildung im Öffentlichen Gesundheitswesen. „Damit bin ich aber in diesem Jahr fertig“, sagt er. Die Landesbehörde gewährte eine Ausnahme.

Sein Aufgabenspektrum ist riesig: von amtsärztlichen Gutachten über Infektionsschutz, Hygienekontrollen in Pflegeheimen und Arztpraxen bis zur Kinder- und Jugendgesundheit. Auch der Sozialpsychiatrische Dienst gehört dazu. „Der Bedarf an Beratung psychisch kranker und suchtkranker Menschen ist größer geworden“, so Dagdelen.

Erster Kreisbeigeordneter Oliver Grobeis und Hauptabteilungsleiter Bernhard Hering loben den engagierten Mediziner: „Er arbeitet zugunsten der Bevölkerung für einen starken Öffentlichen Gesundheitsdienst.“ Besonders wichtig sei die Präsenz in Schulen – eine Schnittstelle zwischen Gesundheit, Familie und Bildung.

Bis Ende 2026 entsteht zudem der erste Gesundheitsbericht für den Odenwaldkreis, den Dagdelen gemeinsam mit Gesundheitsmanagerin Anika Schilder erstellt. Schwerpunkt: die Lage der Kindergesundheit.

Doch der Kreis mahnt gleichzeitig: Der „Pakt ÖGD“ – eine Bund-Länder-Initiative zur Stärkung der Gesundheitsämter – läuft Ende 2026 aus. „Wir kämpfen dafür, dass es diese Mittel auch darüber hinaus gibt“, sagt Grobeis. „Sonst müssen wir Leistungen zurückfahren oder ganz einstellen.“ Um neuen Ärztenachwuchs zu gewinnen, setzt der Kreis auf eine Zusammenarbeit mit der Frankfurter Goethe-Universität. red

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