Am Sonntag wählt auch der Odenwaldkreis. Bild von pics_kartub auf Pixabay.

Odenwaldkreis. Am Sonntag richtet sich der politische Blick im Odenwaldkreis auf die Wahllokale. Die Bürger sind aufgerufen, einen neuen Kreistag zu wählen – und damit festzulegen, wer in den kommenden fünf Jahren über zentrale Fragen unseres Landkreises mitentscheidet. Selten wird so unmittelbar sichtbar, wie sehr Politik den Alltag vor Ort prägt.

Denn was im Kreistag beschlossen wird, bleibt nicht abstrakt. Es geht um ganz konkrete Themen: den Zustand der Schulen, den Ausbau und die Sanierung von Kreisstraßen, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum, den öffentlichen Nahverkehr oder die Förderung von Kultur, Sport und Ehrenamt. Auch der Schutz der Natur und die wirtschaftliche Entwicklung des Odenwaldkreises werden hier maßgeblich mitgestaltet.

Gewählt wird nach dem hessischen Kommunalwahlsystem, das den Wählern besonders viele Möglichkeiten bietet. Insgesamt 51 Sitze sind im Kreistag zu vergeben – entsprechend verfügt jeder Wahlberechtigte über 51 Stimmen. Diese können auf unterschiedliche Weise verteilt werden: durch ein einfaches Listenkreuz, durch das gezielte Häufeln mehrerer Stimmen auf einzelne Kandidaten oder durch das Verteilen der Stimmen auf Personen verschiedener Parteien und Wählergruppen.

Gerade diese Freiheit macht die Wahl so persönlich. Wer möchte, kann sehr bewusst einzelne Kandidaten unterstützen – unabhängig davon, auf welcher Liste sie stehen. Das mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, eröffnet aber zugleich die Möglichkeit, sich seine ganz eigene politische Wunschliste zusammenzustellen.

Die Wahllokale sind am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wer seine Stimme nicht bereits per Briefwahl abgegeben hat, kann sie dort persönlich abgeben. Unmittelbar nach dem Schließen der Wahllokale beginnt dann die Auszählung der Stimmen.

Dabei folgt die Auswertung einer festgelegten Reihenfolge. Zunächst werden – soweit betroffen – die Stimmen zur Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Brensbach ausgezählt. Danach folgen die Gemeindewahlen, anschließend die Kreiswahl. Erst danach werden die Ortsbeiratswahlen, der Bürgerentscheid in Bad König sowie die Wahl des Ausländerbeirats ausgezählt. Letztere beginnt sogar erst am Montag.

Erste Trends werden dennoch bereits am Wahlabend erwartet. Diese basieren vor allem auf Stimmzetteln mit einem einfachen Listenkreuz, die schneller auszuzählen sind. Da jedoch viele Wähler die Möglichkeiten des Kumulierens und Panaschierens nutzen, kann die vollständige Auszählung aller Stimmen deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Erfahrungsgemäß dauert es mehrere Tage, bis ein vorläufiges Endergebnis feststeht.

Wer die Entwicklung verfolgen möchte, kann dies am Wahlabend auch online tun. Auf der Internetseite der Kreisverwaltung werden laufend aktualisierte Zwischenergebnisse veröffentlicht.

Doch bei aller Spannung über Prozentzahlen, Sitzverteilungen und politische Mehrheiten lohnt sich auch ein etwas weiterer Blick. Wahlen sind der sichtbarste Moment der Demokratie – aber sie sind nicht ihr einziger. Die eigentliche politische Arbeit beginnt erst danach, wenn Beschlüsse gefasst, Projekte angestoßen und Entscheidungen getroffen werden müssen.

Demokratie lebt deshalb nicht nur vom Gang zur Wahlurne, sondern auch vom Interesse der Bürger an dem, was danach geschieht. Wer seine Stimme abgibt, erteilt zugleich einen Auftrag: sehr aufmerksam und höchst kritisch zu verfolgen, wie die gewählten Vertreter handeln, welche Versprechen sie einlösen (und welche nicht) und welche Wege sie für unseren Landkreis einschlagen.

Am Sonntag aber liegt die Entscheidung zunächst einmal bei den Wählern. Mit jeder abgegebenen Stimme wird mitbestimmt, in welche Richtung sich der Odenwaldkreis in den kommenden Jahren entwickeln wird. Aleksandar Kerošević

Vorheriger ArtikelKunst, Handwerk, Frühlingszauber
Nächster ArtikelBrensbach wählt

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein