Rekha Krings und Ines Stern im Gespräch mit Sascha Uebel (von rechts). Foto: Konrad Kißling

Erbach. Brauchen wir Betriebsräte noch? Mit dieser zugespitzten Frage hat die SPD-Odenwaldkreis zu einer öffentlichen Diskussion ins Foyer der Werner-Borchers-Halle eingeladen – und eine klare Antwort bekommen: Ja, mehr denn je.

Als Hauptredner schilderte Sascha Uebel, Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzender der Commerzbank, eindrücklich seine Erfahrungen aus dem Übernahmekampf mit der italienischen Unicredit. Der im Odenwald aufgewachsene Offenbacher machte deutlich, wie entscheidend die Rolle des Betriebsrats gewesen sei, um Arbeitsplätze zu sichern. Gemeinsam mit dem Vorstand, der Bundesregierung und mit Rückhalt der Belegschaft sei es gelungen, betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern und die Commerzbank als deutsche Mittelstandsbank zu erhalten.

Das Beispiel zeigt laut Uebel, dass Betriebsräte nicht nur in Krisensituationen, sondern auch im betrieblichen Alltag unverzichtbare Vertrauenspersonen sind – für Arbeitnehmer wie für Arbeitgeber. Unterstützung erhielt er von Ines Stern von der SPD Erbach, selbst Betriebsrätin bei Merck. Sie betonte, dass sich die Arbeit von Betriebsräten mit den veränderten Lebens- und Arbeitsrealitäten weiterentwickelt habe, starke Arbeitnehmervertretungen aber weiterhin nötig seien, um heutige Standards zu sichern.

Fazit des Abends: Ohne engagierte Betriebsräte wären bundesweit tausende Arbeitsplätze verloren gegangen – auch die niedrige Arbeitslosigkeit in der Region sei ihnen mitzuverdanken. Die eingangs gestellte Frage wurde daher eindeutig beantwortet: Betriebsräte werden heute mehr gebraucht denn je. red

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