Neues (Schul-)jahr, neues Glück – einer geht, einer kommt, viele bleiben

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Der allseits ersehnte Schulfrieden kehrt nun hoffentlich nach den Sommerferien wieder an der Ernst-Göbel-Schule ein. Foto: Clarissa Yigit

Das Schuljahr 2021/22 ist mit der Zeugnisausgabe offiziell beendet; was allerdings noch geklärt werden musste, war die Rückkehr des Oberstufenleiters Rüdiger Wehde an die Ernst-Göbel-Schule in Höchst und wie es um Schulleiter Ralf Guinet steht. Krankheitsbedingt war Guinet bereits seit längerer Zeit ausgefallen und Marion Braun, Leiterin der Justin-Wagner-Schule in Roßdorf, wurde kurzerhand als kommissarische Schulleiterin in Höchst eingesetzt.

Ralf Guinet erklärt seinen Rücktritt 

Ende Julie richtete Guinet sich per Mail an das Kollegium und die Schülervertretung mit folgenden Worten:

„Liebe Schulgemeinde,

 die Ereignisse der letzten Monate und die Folgen für meine eigene Gesundheit haben mich dazu bewogen, meine Arbeit als Schulleiter an der EGS auf eigenen Wunsch zu beenden.

Der EGS wünsche ich für die Zukunft eine erfolgreiche Entwicklung.

 Mit freundlichen Grüßen

Ralf Guinet

„Herr Guinet hat darum gebeten, auf Grund seiner körperlichen Verschlechterung, die Schule zu verlassen“, erklärt Philipp Bender, Pressesprecher des Hessischen Kultusministeriums (HKM). Bender könne allerdings nicht sagen, wo Guinet nach seiner Genesung wieder eingesetzt werde. „Eltern und Schüler begrüßen die Entscheidung des Schulleiters und wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute und viel Gesundheit“, ergänzt Gudrun Gebhardt, Vorsitzende des Kreiselternbeirats des Odenwaldkreises (KEB). Zudem ergänzt Gebhardt erfreut, dass Marion Braun, kommissarische Schulleitung der EGS, in kurzer Zeit Ruhe in die Schule gebracht habe. Braun nehme sich allen Themen an, sei für alles offen und höre auch alle Gremien, beschreibt Gebhardt die neue Situation an der EGS. Umso mehr hoffen alle Beteiligten, dass Marion Braun auch noch bis nach den Herbstferien an der Höchster Schule eingesetzt wird, erklärt Gebhardt.

Beliebter Oberstufenleiter Rüdiger Wehde darf wiederkommen

Und auch für Rüdiger Wehde nimmt das Schuljahresende eine positive Wendung. Mit dem Ende der Abordnung zum 31. Juli an das Gymnasium Michelstadt kehrt Oberstufenleiter Wehde offiziell auch wieder an die EGS zurück. „Wir haben zunächst mit der kommissarischen Schulleitung gesprochen, ob diese sich eine Zusammenarbeit mit Herrn Wehde vorstellen kann“, erklärt Bender den Schritt. Daraufhin habe Marion Braun ein ausführliches Gespräch mit dem Oberstufenleiter geführt und sei zur Ansicht gekommen, dass nichts gegen eine Zusammenarbeit spreche. „Allerdings steht für das HKM immer noch der Schulfrieden im Vordergrund“, ergänzt Bender scharf.

„Ich bin glücklich darüber, dass ich wieder zurück an der EGS bin. Ich bin dankbar, dass sich so viele Schüler, Eltern und Kollegen in den vergangenen Monaten für mich eingesetzt haben und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit, auch mit der kommissarischen Schulleiterin Frau Braun“, äußert sich Wehde zu seiner Rückkehr. Aus der Zeit am Gymnasium Michelstadt, wo er von Schulleitung, Kollegium und Schülerschaft sehr freundlich aufgenommen wurde, nehme er viele gute Anregungen mit zurück nach Höchst, erklärt der Oberstufenleiter abschließend.

Zum Hintergrund

Seit März gab es immer wieder Unruhen an der Ernst-Göbel-Schule in Höchst. Im Vordergrund der Streitigkeiten stand zunächst die Abordnung des Oberstufenleiters Rüdiger Wehde zum 1. April an das Gymnasium Michelstadt. Wehde habe der Schulleitung – in einem offenen Brief an das Kollegium – Mobbing vorgeworfen, woraufhin sich das Staatliche Schulamt einschaltete und den Oberstufenleiter bis zum 31. Juli an eine andere Schule „temporär versetzte“.

Aber auch Unstimmigkeiten zwischen der damaligen Schulleitung, Schülern, Lehrern als auch Eltern ließen dem Schulfrieden keine Chance. Es wurden Vorwürfe laut, in denen der Schulleitung „Lügen“ vorgeworfen wurden. Es kam zu Protesten an der Schule – geführt von Schülern, Eltern aber auch Lehrern. Sogar eine Petition für den Wechsels der Schulleitung wurde seitens der Elternvertretung der EGS ins Leben gerufen, die vom Hessischen Kultusministerium allerdings sehr kritisch beäugt wurde.

Clarissa Yigit

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